Der Tag nach dem Sturm Nach Niklas: Das große Aufräumen in München

 Foto: AZ-Kombo | Tierheim München | Gaulke

Orkan „Niklas“ hat in München und Umland ordentlich gewütet. Einen Tag später steht fest: Nicht alle Schäden lassen sich auf die Schnelle beseitigen.

 

München - Am Tag nach „Niklas“ beginnt das große Aufräumen: Polizei, Feuerwehr, Stadtwerke und Bahn waren gestern eifrig bemüht, das Chaos zu beheben, das der Orkan am Dienstag angerichtet hatte. Nicht alle Schäden sind allerdings auf die Schnelle zu beseitigen.

Bei der S-Bahn etwa herrschte auch am Mittwoch auf den meisten Linien noch Stillstand. Nur die S4 fuhr mehr oder weniger störungsfrei. Alle anderen Strecken waren nur teilweise oder gar nicht befahrbar.

Die S2 verkehrte nur zwischen Riem und Dachau, die S8 machte stets am Westkreuz kehrt (allerdings wegen einer regulären Baustelle) und die S1 nahm erst am Nachmittag wieder den vollen Betrieb auf. Bei S6, S7 und der S3 Richtung Holzkirchen ging gar nichts.

Die Strecke zwischen Starnberg und Tutzing wird voraussichtlich auch Gründonnerstag noch gesperrt bleiben. Im Werdenfelser Land sind die Schäden so groß, dass die Ausbesserungsarbeiten noch andauern. Weil manche Gleisabschnitte auch gar nicht anders zu erreichen sind als mit dem Zug, schickte die Bahn am Mittwoch einen Hubschrauber in die Luft, um sich einen Überblick über die Schäden zu verschaffen.

Das Fazit: Vielerorts ist die Oberleitung beschädigt. Es kann also noch ein paar Tage dauern, bis alle Strecken wieder ohne Einschränkungen befahrbar sind. Auch im Regional- und Fernverkehr gab es Mittwochvormittag noch zahlreiche Verspätungen und Zugausfälle. Der Betrieb normalisierte sich erst im Laufe des Tages so langsam wieder.

Das Polizeipräsidium München verzeichnete einen neuen Einsatzrekord: Über 5600 Notrufe gingen am Dienstag in der Einsatzzentrale ein. Am Ende des Tages standen um die 2000 Einsätze zu Buche. Der bisherige Höchstwert von 1491 Einsätzen am Tag, erreicht am 3. Oktober 2009, wurde damit deutlich übertroffen. Bei den Einsätzen handelte es sich zumeist um Sturmschäden durch herabgefallene Äste und Dachschindeln oder um vom Wind verschobene Fahrzeuganhänger.

Bislang ist ein Leichtverletzter durch den Sturz eines Baumes auf einen Pkw bekannt. Weiterhin wurde eine Polizistin durch einen herabfallenden Ziegel verletzt. Zudem musste die Polizei zwischen 16 und 21 Uhr den Hauptbahnhof sperren. Dort hatte der Sturm mehrere Glasscheiben im Bahnhofsdach aus der Verankerung gedrückt.

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Bilanz der Feuerwehr: Auch die Feuerwehr hat „Niklas“ gut beschäftigt. Insgesamt 1846 Mal hieß es „Alarm!“ in der Landeshauptstadt. Anlass dafür waren zumeist abgebrochene Äste, entwurzelte und umgestürzte Bäume, lose Dachteile, herumfliegende Reklametafeln oder baumelnde Dachrinnen und Fallrohre.

 

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