Der italienische Bestseller im AZ-Test Fiat 500C - offen durch den Sommer

Der Fiat 500 ist besonders als Cabrio nach wie vor ein attraktuiver Kleinstwagen. Foto: FCA

Fiat hält das Interesse an seinem Dauerbrenner 500 mit immer neuen Sondermodellen wach. Im AZ-Test: das Cinquecento Cabrio in der Version Mirror.

München – Spieglein, Spieglein – nein, diesmal hängt es nicht an der Wand, es ist im automobilen Schnuckelchen Fiat 500 verbaut. Die Mirror-Modelle des nostalgisch designten Dauerbrenner haben eine Menge Sonderausstattung an Bord – vor allem in Sachen Konnektivität. Die AZ hat im Cinquecento Cabrio ausprobiert, wie sich das im Alltag bewährt.

In den Mirror-Modellen lassen sich alle einschlägigen Apps vom eigenen Smartphone auf dem 7-Zoll-Display auf der Mittelkonsole spiegeln (daher der Name!) und per Touchscreen oder Sprachsteuerung via Bluetooth während der Fahrt bedienen. Das funktioniert nach kurzer Eingewöhnung sehr zuverlässig und entspannt, auch bei geöffnetem Dach klappen die Sprachbefehle problemlos. Das passt schon mal.

Fiat 500C Mirror mit besonderer Ausstattung

Darüber hinaus ist der 500C Mirror auch noch besonders fein ausgestattet und überzeugt trotz seiner Minimal-Ausmaße mit Schick und Eleganz. Laut Fiat stecken in ihm exakt die Sonderausstattungen serienmäßig drin, die Kunden beim Konfigurieren auch wirklich ankreuzen – und die normalerweise um die 1.000 Euro kosten. Außer der Konnektivität sind etwa Klimaanlage, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Nebelscheinwerfer, Chromblenden für Außenspiegel und Kühlergrill, Tempomat, Lederlenkrad, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und das LED-Tagfahrlicht serienmäßig installiert. Ganz schön nobel, der Kleine.

Dass sich das Stoffdach bis 80 km/h auf Knopfdruck in beliebigen Schritten oder komplett öffnen und schließen lässt, ist gerade bei etwas wechselhaftem Sommerwetter ideal. Man muss auf keine Minute unter freiem Himmel verzichten, nur weil es zwischendurch auch mal tröpfeln könnte. Das geht so fix und simpel, dass einem nach der intensiven Bekanntschaft mit dem 500C voll verlötete Autos irgendwie ein bisschen unzureichend vorkommen. Vor allem auch deswegen, weil es sich auch bei hohem Tempo mit komplett offenem Dach sehr gut aushalten lässt und auch die Windgeräusche nicht überhand nehmen.

Das Cabrio bietet ordentliche Fahrleistungen

Halt, wie war das gerade? Fiat 500 und „hohes Tempo“? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Im Fall des AZ-Testwagens definitiv nicht. Denn der war mit dem kleinen Fiat-Diesel ausgerüstet, der aus 1,3 Liter Hubraum 95 PS holt und ein maximales Drehmoment von 200 Nm realisiert. Für ein Auto dieses Formats ist das ordentlich Holz, und wenn der Selbstzünder mal seine leichte Anfahr-Unwilligkeit abgelegt hat, zeigt sich das auch in ordentlichen Fahrleistungen. Die 10,7 Sekunden von 0 auf 100 und die offiziellen 180 km/h Spitze sind für ein Kleinstformat schon mal nicht übel.

Aber der Testwagen stand wohl besonders gut im Futter und ließ auf der freien Autobahn auch bei 180 Sachen noch keinerlei Müdigkeit erkennen. Der Digitaltacho zeigte in der Spitze auf einer – zugegeben ganz leicht abschüssigen Strecke – 207 km/h an. Auch wenn das vielleicht nur "echte" 190 oder 195 Sachen sind: Für einen Kleinstwagen ist es erstaunlich schnell.

Fiat 500C Mirror ist nicht billig

Und das Beste daran: Der Pilot hat zu keiner Sekunde das Gefühl vom Ritt auf der instabilen Kanonenkugel. Der 500C klebt stabil auf der Fahrbahn, lässt sich auch von den Windturbulenzen überholter Fahrzeuge nicht irritieren und zieht sicher seine Bahn. Beeindruckend!

Auch der Testverbrauch von 5,4 Litern je 100 Kilometer bei tendenziell eher flotter Fahrweise. Der Rest passt zum Gesamtpaket: Angenehme, ein wenig schmal geschnittene Sitze, ein gutes Platzangebot vorne und ein eingeschränktes hinten, gut nutzbarer 185 Liter-Kofferraum – und ganz viel Optik fürs Gemüt auf nur 3,57 Metern Länge.

Allerdings muss das auch ordentlich bezahlt werden – unter 22.340 Euro geht beim Fiat 500 C Mirror 1.3 Multijet gar nichts.

 

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