Der FC Bayern München in Doha Ribéry: "Ich bin kein Egoist"

Franck Ribery. Foto: dpa

Am Montag will Franck Ribéry vom FC Bayern München den Ballon d'Or gewinnen. Wie er sich fühlt, was Pep Guardiola ihm rät und warum er es verdient hätte.

 

Doha - Franck Ribéry stellt sich in Katar vor der Weltfußballer-Gala den Fragen der Journalisten - und spricht über seinen besonderen Abend am Montag.

Franck Ribéry über...

...die Wahl: "Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sind zwei große Spieler. Für mich ist eine super Konkurrenz, ich bin glücklich, dass ich dabei bin. Montag ist ein super Tag für mich und den ganzen FC Bayern. Wenn ich verliere – so ist das Leben. Dann muss ich einfach weiter so arbeiten für mich und meine Mannschaft. Wenn ich den goldenen Ball kriege, dann weil ich es 2013 sehr gut gemacht habe."

...Nachteile bei der Weltfußballerwahl als Bundesliga-Spieler: "Aber jetzt kennen alle Bayern München, es ist ein großer Klub. Seit drei, vier Jahren hat sich das alles komplett geändert. Wir waren dreimal im Champions-League-Finale. Ich glaube, das macht jetzt keinen Unterschied mehr."

 ...seine Stimmung: "Ich bin noch nicht nervös. Aber der Stress kommt vielleicht noch. Es ist ein großer Titel, der goldene Ball! Das ist wie ein Traum! Mein bestes Jahr war 2013, ich habe eine große Chance. Warum nicht? Pep hat mir geraten, ruhig und locker zu sein."

...die Titel, die er dann noch erreichen könnte: "Gute Frage. Ich hatte 2006 die große Chance Weltmeister zu werden, haben gegen Italien im Elfmeterschießen verloren. Jetzt ist alles komplett anders, wir haben eine junge Mannschaft. Wir sind nicht der Favorit, aber es kann alles passieren."

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...Liebe in Frankreich: "Ich habe jetzt ein komplett anderes Image in Frankreich, schon seit der Europameisterschaft 2012. Es war ein bisschen schwierig: Wenn ich für Frankreich gespielt habe, war ich lange nicht richtig frei, mir sind auch immer nur negative Fragen gestellt worden. Jetzt ist alles gut, ich habe Spaß - so wie bei Bayern, wo ich seit sieben Jahren jeden Tag Spaß habe."

...Pep Guardiola: "Pep macht das sehr gut mit uns. Es war wichtig für ihn, dass wir mit ihm jetzt auch schon zwei Titel gewonnen haben. Er gibt den Spielern Vertrauen, ist immer positiv. Wir haben ein gutes Verhältnis zu ihm. Er führt die Mannschaft sehr gut. Es ist ein großer Trainer, weiß, was er macht. Er kennt den Fußball. Wir müssen so weiter machen."

...das Champions-League-Duell mit Arsenal: "Das wird ein komplett anderes Spiel, sie sind viel besser als letztes Jahr – obwohl es da schon knapp war. Es wird nicht einfach, wir müssen uns sehr konzentrieren. Ein sehr schwieriges Los, eine gute Mannschaft, ein guter Klub."

...sein verbessertes Defensivspiel: "Ich bin ein Spieler, der immer das Beste für die Mannschaft tun möchte. Ich bin kein Egoist. Wenn ich zwei Tore mache, wir aber 2:3 verlieren, ist das schlecht. Mit Jupp Heynckes habe ich viel daran gearbeitet. Ich muss viel laufen jetzt, dadurch bin ich manchmal weniger frisch, nach Läufen über 30, 40 Metern fehlt dann manchmal auch die Kraft für den letzten Pass. Aber ich mache das für die Mannschaft."

...das, was ihm die Mannschaft dafür zurückgibt: "Meine Mannschaft gibt mir viel Vertrauen, um auf dem Platz vieles zu machen. Wir haben auch viel Spaß zusammen. Wenn ich ein bisschen traurig bin oder nicht viel rede an einem Tag, merken das die anderen sofort: 'Das ist nicht Franck Ribéry'. Sie kommen dann sofort zu mir und dann ist es wieder gut."

 

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