Der FC Bayern in den Wochen der Wahrheit Ribéry und Robben? Ziemlich flügellahm

Franck Ribéry auf Bayerns linker Seite lahmt nach einer OP und Platz 3 bei der Wahl zum Weltfußballer. Arjen Robben dagegen brilliert im Jahr 2014 – weil er topfit ist und den Ego-Kicker abgelegt hat.

München -  Das Jubiläum hatte ihm Borussia Dortmund verdorben. Nur ein Remis, und Franck Ribéry wäre letzten Samstag zum 50. Mal in der Bundesliga hintereinander ungeschlagen geblieben. Bei Bayerns Pleite zuvor in Augsburg wurde er geschont.

Das 0:3 gegen Dortmund war eine Demütigung – auch für den Franzosen. Und das, obwohl der FC Bayern bereits als Meister feststand. Augenfällig, wie sehr sich Ribéry mühte, eher plagte, wie er an Dortmunds Rechtsverteidiger Kevin Großkreutz stetig scheiterte. Er setzte wenig Impulse, der rechte Esprit fehlte. Kaum einmal, dass Ribéry Lücken riss und die gegnerische Abwehr über die linke Flanke verwundete – er bot den Fans wenig Mitreißendes. Drei Tage zuvor hatte er im Champions-League-Viertelfinale noch für den überlebenswichtigen Ausgleich gegen Manchester United gesorgt, als er eine Flanke zielgenau auf Mario Mandzukic’ Kopf drehte – das 1:1. Womöglich seine auffälligste Szene der gesamten Rückrunde.

Eine Gesäß-Operation wegen eines Blutergusses hatte den 31-Jährigen ab Anfang Februar für vier Wochen außer Tritt gebracht, zuvor fehlte er wegen Rückenproblemen. Viel schmerzhafter: Bei der Wahl zum Weltfußballer 2013 landete er Mitte Januar nur auf Rang drei – hinter Gewinner Cristiano Ronaldo und dem formschwachen Lionel Messi. Ribérys Wunde nach der Operation verheilte schneller, er hatte lange an der verlorenen Wahl zu knabbern.

Von 14 Bundesligapartien der Rückrunde bestritt er nur sieben (zwei Mal eingewechselt), traf dabei drei Mal (drei Vorlagen). Keine überragende Bilanz, gar nicht Ribéry-like. In der Königsklasse fehlten bis auf den einen gegen United die Glanz-Momente.

Ganz anders Arjen Robben, der Flügelakrobat auf der rechten Seite. Wie gewohnt stärker in der Rückrunde als in der Hinrunde, blüht der Niederländer jedoch im Frühjahr 2014 richtig auf. Mitte März verlängerte er seinen Vertrag bis 2017. „Ein besseres Zeichen dafür, dass meine Familie und ich uns hier wohlfühlen und dass ich unglaublich viel Spaß in diesem Klub und mit dieser Mannschaft habe, gibt es wohl nicht“, sagte Robben überglücklich, „ich freue mich auf die kommenden Jahre – und noch viele Titel mit dem FC Bayern.“

Anders als Ribéry zeigt Robben (30) derzeit auch diese Freude und Überzeugung in sich und sein Spiel auch auf dem Platz. War das Bayern-Spiel früher durch das Weltklasse-Duo Alaba/Ribéry oft sehr linkslastig, hat es sich auf halbrechts verlagert. Dort, wo Rafinha Robben unterstützt oder Philipp Lahm eine Mischung aus Rechtsverteidiger und Achter gibt. Beim 3:1 gegen Manchester, dem wichtigsten Spiel der Rückrunde, war Robben Bayerns Bester, beendete mit seinem Solo zum 3:1 die United-Gegenwehr.

Der Wembley-Held von 2013 ist nahezu verletzungsfrei, bestritt in der Rückrunde 17 (!) von 19 Pflichtspiel-Partien, wurde zwei Mal geschont. Trainer Pep Guardiola hat längst den Wert Robbens als Unikat erkannt Auch, weil er längst nicht mehr der Ego-Kicker ist wie in früheren Jahren. Steht Ribéry für die überraschenden – doch derzeit raren – Momente des Spiels, steht Robben mittlerweile für Konstanz. Der Mann ist konstant gut. Und der FC Bayern überholt den Gegner jetzt eher rechts.
 

 

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