Der FC Bayern immer flexibler Lewandowski Peps Plan B?

Teil 4 der AZ-Serie: Heute geht es um den Angriff. Durch den Polen werden die Bayern kommende Saison noch unberechenbarer – die AZ zeigt, wie Pep Guardiola 2014/15 in der Offensive plant

 

München - Ach ja, Kritik. Die gab es reichlich in Pep Guardiolas Premierensaison, vor allem nach dem 0:4-Debakel gegen Real Madrid in der Champions League. Sie ist nicht spurlos am Spanier vorbeigegangen. „Er liest mehr, als uns manchmal lieb ist“, sagt Sportvorstand Matthias Sammer nun dem eMagazin „FCB-Südstern“, „aber intern war das nie ein Thema. Pep hat zu 100 Prozent das Vertrauen in ihn gespürt und wusste, dass er seine Ideen unbeirrt umsetzen kann.“

Ein Kernsatz, der für die kommende Saison gilt, in der Guardiola noch mehr Macht haben wird. Gab einst einzig Uli Hoeneß bei Transfers die Richtung vor, ist nun Guardiola der zentrale Mann: Er sagt, wer zu seiner Taktik passt – und wer nicht. Sammer und Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge nicken ab. Was freilich noch nicht im Fall Robert Lewandowski galt, dessen Wechsel schon vor Guardiolas Zeit in die Wege geleitet wurde. Heißt: Er wird den Neuling wie Götze erstmal auf Pep-Tauglichkeit testen. Die AZ zeigt, wie Bayern 2014/15 in der Offensive plant:

WER BLEIBT: Claudio Pizarro (35) verlängert um ein Jahr, Vollzug wird kommende Woche vermeldet. Thomas Müller kokettiert zwar mit Manchester United („Es ist kein Geheimnis, dass Louis van Gaal und ich eine etwas speziellere Trainer-Spieler-Beziehung hatten“), der 24-Jährige checkt aber eher nur seinen Markt- und Stellenwert ab, wird bleiben. Arjen Robben, Franck Ribéry und Mario Götze auch.

WER GEHT: Mandzukic. Der Kroate steht zwar noch bis 2016 unter Vertrag, hat sich mit seiner vorzeitigen Abreise nach Kroatien aber endgültig selbst ausgebootet. Xherdan Shaqiri wird intensiv von Liverpool beobachtet, würde aber gerne bleiben, zumal Pep den Schweizer mag. Shaqiri hätte weitaus öfter gespielt, hätten ihn nicht drei (!) Muskel(faser)risse zurückgeworfen. Mitchell Weiser, der kein Bayern-Niveau hat, wäre ein Ausleihkandidat. Julian Green, der in Klinsmanns vorläufigem US-Kader steht, hat indes ein verkorkstes Halbjahr mit Verletzungen und ohne Torerfolg bei Bayern II hinter sich, bietet sich so aktuell nicht für weitere Profi-Einsätze an.

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WER KOMMEN SOLL: Fix verpflichtet ist Robert Lewandowski. Ein Königstransfer, zumal derTorschützenkönig ablösefrei kommt. Für den nüchternen Analytiker Pep ist der 25-Jährige, der für Dortmund in 131 Liga-Spielen 74 Tore erzielte, allerdings in erster Linie eine weitere Option. Denn wenn die letzten Saisonwochen seit der Real-Blamage eines klar gemacht haben, dann das: Am liebsten agiert Guardiola – sei es im 3-4-3 oder 4-3-3 – mit einem flexiblen Dreiersturm, bei dem die Spieler fortwährend die Positionen tauschen. So spielte Bayern beim 4:1 gegen Hamburg, so auch beim 2:0 gegen Dortmund, jeweils mit Arjen Robben, Thomas Müller und Mario Götze vorne. Mittelstürmer Lewandowski, der technisch beschlagener als Mandzukic ist und zu BVB-Anfangszeiten sogar auf der Zehn spielte, stellt für Guardiola also erstmal den bestmöglichen Plan B dar, die perfekte Alternative gegen physisch starke Verteidiger. Zumal Bayern mit seinen aktuellen Offensivstars zufrieden ist: „Es wird natürlich einen gewissen Bonus geben nach diesen Erfolgen“, sagt Sammer. Weitere Neuzugänge? Aktuell nicht geplant. Pep ist eine Aufbesserung der Defensive wichtiger. „Einen Totalumbruch nach dem Motto ’Zehn weg, zehn Neue her’, das kann man vergessen“, sagt auch Präsident Karl Hopfner im „Kicker“.

 

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