Der FC Bayern im Katar-Trainingslager Bastian Schweinsteiger: Drei, vier Jahre gehen noch

Bastian Schweinsteiger (Mitte) im Trainingslager in Katar. Foto: dpa

Schweinsteiger ist mit 30 Jahren im gehobenen Fußballer-Alter angelangt. „Ich kann noch drei, vier Jahre auf hohem Niveau spielen“.

 

Doha - Ihm war die Sonne herzlich egal. Am vierten Tag nach der Ankunft des FC Bayern in Doha, dem als Wintersonnencamp geplanten Trainingslager, zeigte sich erstmals blauer Himmel über der Wüstencity. Bastian Schweinsteiger nutzte den freien Vormittag der Mannschaft und die Sonne samt gestiegener Temperaturen nach drei Tagen diesigem, windigem Wetter fürs süße Nichtstun. Der Vizekapitän legte seine Waden hoch.

Genau die waren eines der Gesprächsthemen in den letzten Tagen, diese strammen Oberaudorfer Wadln. Bei Thomas Müller dagegen wird der Körper von Streichholzmuskeln getragen. Ein Reporter fragte Schweinsteiger während einer Presserunde, was er denn für seine üppige Wadenmuskulatur tun würde. „Die habe ich vom Skifahren, da brauchst du die etwas mehr“, antwortete Schweinsteiger amüsiert, wahrscheinlich hatte er ganz andere Fragen, etwa zum Tennis, erwartet. „Ich mache da aber keine speziellen Übungen, eher weniger.“

Irgendwie drehten sich alle Fragen um Schweinsteigers Körper. Etwa: Wie lange er sich denn noch zutraue, auf höchstem Niveau beim FC Bayern und als Lahm-Nachfolger mit Kapitänsbinde in der Nationalelf zu spielen? Zur Erinnerung: Der junge Mann, der Weltmeister von Rio, ist im August 30 geworden. „Ich denke schon, dass ich noch so drei, vier Jahre auf hohem Niveau spielen kann“, sagte er höflich.

Klar weiß er, dass er nach dem Raubbau-Fußball am eigenen Kapital wie im letzten Sommer in Brasilien mit solchen Fragen immer öfter konfrontiert wird. „Das mit der Patellasehne war wirklich nicht so einfach. Ich bin froh, dass die Geschichte mit dem Knie und dem Sprunggelenk vorbei ist.“ Nach dem Triumph von Rio hatte er den Preis zahlen müssen, sein Körper streikte bis zum Comeback Mitte November. Wie es ihm nun gehe? Schweinsteiger: „Ich fühle mich gut, freue mich auf die Rückrunde.“

Nächste Nachfrage: Ob er jetzt anders, körperbewusster trainiere als früher? „Ich mache bestimmte Übungen öfter als vor fünf, sechs Jahren. Manchmal dauert die Regenerationsphase nach Spielen etwas länger“, führte der Mann, der seit 2003 in der Bundesliga spielt, aus, „ich weiß eben jetzt ganz genau, was der Körper braucht und was nicht.“ Als wäre für einen wie ihn die Fußballer-Rente mit 32 beinahe obligatorisch.

Dabei hat er, der in Katar bisher alle Übungseinheiten mitmachen konnte, noch viel vor. „Ich hoffe, dass wir noch große Spiele mit Bayern in der Champions League und in der Nationalelf haben werden“, sagte er. Hier mit Alonso, Thiago und/oder Lahm im Zentrum, dort mit Khedira, Kroos und/oder Kramer.

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Schweinsteigers Vertrag läuft noch bis 2016. Wann wird verlängert? „Ich habe noch eineinhalb Jahre Vertrag, das ist noch lange hin. Ich bin entspannt, konzentriere mich auf das Wesentliche. Ich habe keinen Zeitdruck.“ Bayern und er – man weiß, was man gegenseitig voneinander hat.

2014 wurde Schweinsteiger Weltmeister. Sein bester Kumpel aus Kindheitstagen, Felix Neureuther, der Slalom-Star, vier Monate älter, möchte es im Februar werden, endlich einmal. Dabei bremst auch den der eigene Körper immer wieder: beständige, lästige Rückenschmerzen. Mit Schweinsteiger kann er sich prima austauschen über Schmerzen, Reha-Maßnahmen und Hoffnungen.

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Im Sommer 2013 grüßten sie aus Zürich, als Zimmernachbarn in einem Krankenhaus nach überstandener Operation. Bei der WM in Schladming 2013 wurde Neureuther Zweiter, nun soll es in Vail/Colorado klappen am 15. Februar. „Mich würde es freuen, wenn er Weltmeister wird“, sagte Schweinsteiger der AZ, „es kann gut sein, Felix ist ja aktuell sehr gut drauf. Er hat nun mehr Erfahrung. Ich drücke ihm die Daumen.“

 

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