Der AZ-Autotest Souverän unterwegs

Gerade auf Eis und Schnee ist man mit dem Land Rover Evoque besonders angenehm unterwegs. Foto: Hersteller

Auf Eis und Schnee macht sich der Land Rover Evoque besonders gut – er macht aber auch auf trockener Bahn reichlich Spaß.

 

München - Ganz neu ist der Land Rover Evoque ja nicht mehr. Seit einem guten Jahr ist er zu haben. Aber immer noch fällt er dank seines ungewöhnlichen und schicken Designs aus dem Rahmen. Kann er nur das – oder hat der britische Beau mehr zu bieten? AZ Motor hat’s ausprobiert.

Zum Ausprobieren war ein fünftüriger Evoqe 2.2 SD4 4WD angetreten. Also ein Mittelklasse-Allradler mit Vierzylinder-Diesel, 190 PS und 420 Nm Drehmoment. Damit kann man gut leben, das zeigte sich beim Test schnell. 200 Sachen Spitze reichen allemal aus, die – bei zügigerer Betätigung manchmal etwas sperrige – Sechsgangschaltung ist gut abgestimmt, die Power reicht in allen Lebenslagen. Wobei der sechste Gang recht lang übersetzt ist. Also Runterschalten, wenn’s ans zügige Überholen geht.

Auffällig die gute Geräuschdämmung: Auch bei hohem Tempo wird man im Evoque nicht durch Fahr- oder Motorengeräusche gestört.

Die Sitzposition für den Fahrer ist ein bisschen schwierig einzustellen: Der Sitz im Testwagen war mechanisch in der Weite und elektrisch in der Höhe verstellbar. Wird er nach oben gedrückt, kippt die Sitzfläche leicht nach vorne. Also muss er niedriger eingestellt werden als eigentlich gewünscht. Wegen der sich nach hinten verjüngenden Fenster und des schmalen Heckfensters ist die Rücksicht eher bescheiden, die Hilfe der Rückfahrkamera wird oft und gerne in Anspruch genommen.

Dafür passt das Platzangebot vorne wie hinten – zumindest für zwei bis zu 1,90 Meter große Fondpassagiere. Anders ausgedrückt: Die schnittige Form geht nicht mit knappem Raum einher. Der variable Kofferraum ist mit rund 300 Litern bei voller Bestuhlung etwas mickrig ausgefallen, er lässt sich aber gut nutzen.

Natürlich kann der Evoque gut im nicht allzu schweren Gelände mithalten – steht ja Land Rover drauf. Und natürlich kann man Fahrwerk und Antrieb auf unterschiedliche Untergründe einstellen. Die ersten Schneefahrten im Oberland absolvierte der coole Brite jedenfalls wie erwartet – nämlich sehr souverän.

Die Verarbeitung und die Bedienbarkeit der Armaturen verdienen gute Noten. Und auch fürs Gemüt hat Land Rover etwas getan. So werfen im Dunklen kleine Lampen in den Seitenspiegeln einen Lichtkreis neben den Evoque – samt stilisierter Fahrzeug-Silhouette. Und auch das optionale beheizbare Lenkrad (aus dem 820 Euro teuren Winterkomfortpaket) ist sehr angenehm fürs Wohlbefinden.

Selbiges schwindet dann aber tendenziell beim Tanken: Immerhin 8,7 Liter Diesel genehmigte sich der Evoque im AZ-Test, bei flotter Fahrt, aber ohne Dauer-Bolzerei. Und auch beim Händler muss der Käufer ganz schön tief in die Tasche greifen: Mindestens 38100 Euro kostet das getestete Modell mit Allradantrieb, los geht die Evoque-Preisliste bei 33 400 Euro.

 

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