Demonstration in München 1200 Teilnehmer: DGB demonstriert für "Politikwechsel"

Prominente Unterstützer: Karikaturist Dieter Hanitsch (l) und Musiker Konstatin Wecker auf der DGB-Kundgebung in München. Foto: Daniel von Loeper

Hunderte Menschen haben in München für mehr soziale Gerechtigkeit demonstriert. Die Polizei sprach von 1200 Teilnehmern, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) von 2500.

 

München – Der DGB hatte zu der Kundgebung aufgerufen und sprach sich dabei für einen „Politikwechsel“ aus. Bei der Abschlusskundgebung am Samstag forderte der bayerische DGB-Chef Matthias Jena unter anderem die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und die Abkehr von der Rente mit 67.

Jena wiederholte nach Angaben eines Sprechers zudem die Forderung nach einem bayerischen Vergabegesetz, das sicherstellen soll, dass bei der Vergabe öffentlicher Aufträge Tarifverträge eingehalten werden. „Wer seine Leute nicht vernünftig bezahlt, bekommt keine staatlichen Zuschüsse und keine öffentlichen Aufträge mehr.“

Bundesweit nahmen nach DGB-Angaben 20 000 Menschen in mehreren Städten an den Aktionen teil. Die größte Kundgebung fand in Hannover statt. Eine direkte Wahlempfehlung spricht der – nach eigenem Verständnis parteipolitisch neutrale – DGB zwar nicht aus. Seine Positionen finden sich aber vor allem in den Wahlprogrammen von SPD, Grünen und Linkspartei.

Vertreter der Asylbewerber, die seit einigen Tagen im Münchner DGB- Haus campieren, unterbrachen Jenas Rede und forderten, auf der Bühne für die Interessen der Flüchtlinge sprechen zu dürfen. Jena hatte ihnen zuvor angeboten, bei der Demo sprechen zu dürfen, wenn sie das Haus räumen. Dies hatten die Asylbewerber jedoch abgelehnt. Der Liedermacher Konstantin Wecker, der zum Abschluss der Kundgebung auftrat, gab dann einen Teil seiner Redezeit an die Flüchtlingsvertreter ab.

 

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