DEL EHC München: Der Absturz

Die Playoffs sind für den EHC wohl passé – und nächste Saison wird’s nicht leichter: Sponsoren fehlen, im Team wird’s einen Schnitt geben. Foto: AZ-Grafik

Die Playoffs sind für den EHC wohl passé – und nächste Saison wird’s nicht leichter: Sponsoren fehlen, im Team wird’s einen Schnitt geben.

 

MÜNCHEN - Pat Cortina ist ein Freund von Zahlen und Statistiken. Doch die Zahlen, die der EHC zuletzt produziert hat, lösen beim Coach nur noch Ernüchterung aus. Sein Team ist nach dem 2:4 gegen Berlin zwei Spieltage vor Ende der regulären Saison (in Iserlohn, gegen Hamburg) Tabellen-Zwölfter. Rang zehn, der die Teilnahme an den Preplayoffs bedeutet, kann nur mit fremder Hilfe erreicht werden.

Mit der Schusseffizienz von 6,9 Prozent ist man das torungefährlichste DEL-Team, von 30 Spielen, in denen der EHC in dieser Saison mit 0:1 in Rückstand geriet, verlor man 26 Mal. In den letzten 21 Powerplays gelang dem EHC kein Tor. Nach drei erfolgreichen Jahren (Zweitliga-Finale, Aufstieg und Preplayoffs in der 1. DEL-Saison) ist der EHC abgestürzt. Die kommende Saison wird nicht leichter. Der Etat (etwa 3,7 Millionen) wird sich kaum verändern, denn der EHC schreibt auch in dieser Saison wohl Verlust. „Es wird schwer, eine schwarze Zahl zu schreiben“, bestätigt Geschäftsführer Jürgen Bochanski.

Zudem geht mit Müller-Brot, die Insolvenz anmelden mussten, ein Premiumpartner verloren. Das bedeutet gut 100000 Euro, die neu generiert werden müssen. Bei der Suche nach einem Sponsor für die weiterhin blanke Brust des EHC hätte man als Playoff-Team auch bessere Argumente. „Wir sind aber in diesem Segment jetzt personell kompetent aufgestellt, das wird sich auszahlen“, so Bochanski. Zumindest wird Gesellschafter Michael Philips, auch Gesellschafter bei Müller-Brot, dem EHC treu bleiben. „Ein Ausstieg war nie ein Thema, dafür gibt es keinerlei Anzeichen“, sagt Bochanski. Klar ist aber, dass man für keine Playoff-Euphorie sorgen kann. Während die Basketballer des FC Bayern wohl in die Playoffs kommen und so für Aufmerksamkeit sorgen werden, muss der EHC tatenlos zuschauen.

„Das kann nur Ansporn sein, dass dies im nächsten Jahr anders aussieht“, sagt Manager Christian Winkler. Anders aussehen wird auch das Team. Viele Leistungsträger könnten am Saisonende ihre Bestleistung nicht abrufen. Stéphane Julien, Klaus Kathan, Martin Buchwieser, aber auch Eric Schneider und Felix Petermann hatten mit sich selbst zu kämpfen. Verträge für kommende Saison haben Jochen Reimer, Buchwieser, Petermann, Johan Ejdepalm, Jason Ulmer, Andreas Pauli, Sören Sturm, Uli Maurer und Christian Wichert. Bei Bryan Adams und Mike Kompon hat der EHC eine Option.

„Das Grundgerüst stimmt. Aber klar ist, dass der Schnitt in einem Team, das nicht in die Playoffs einzieht, härter ausfallen wird“, sagt Winkler. Und Bochanski ergänzt: „Es ist nicht so, dass sich am Schluss besonders viele unserer Spieler aufgedrängt haben.“ Es wird namhafte Abgänge geben. So erfahren die Mannschaft war, es fehlte das Feuer.

„Vielleicht muss die Mischung anders werden“, sagt Winkler, „aber es war auch in dieser Saison nicht alles schlecht, auch wenn’s sich jetzt vielleicht anders anfühlt. In zwei Jahren DEL hatten wir nicht ein Spiel, bei dem es um nichts mehr ging. Namhafte Teams sind viel früher aus dem Playoffkampf ausgeschieden.“ Doch der Absturz kam zum Schluss – dann, wenn es wirklich zählt.

 

0 Kommentare