Debüt für die Nationalmannschaft Havertz, Kehrer und Schulz: Drei Junge für Jogi

Bundestrainer Joachim Löw (r.) wird ein besonderes Augenmerk auf seine Debütanten haben: Kai Havertz (l.), Thilo Kehrer (2. v.l.) und Nico Schulz (2.v.r). Foto: dpa/Augenklick/AZ

Thilo Kehrer (21), Kai Havertz (19) und Nico Schulz (25) debütieren in den kommenden beiden Spielen für die Nationalmannschaft. Die AZ stellt das neue Trio für Bundestrainer Löw vor.

München - Wer für Deutschland spielberechtigt ist und als Jobprofil Linksverteidiger angibt, hat sehr gute Chancen, beim Projekt Neustart der Nationalelf zum Zug zu kommen.

Da der Kölner Jonas Hector (28), bei den letzten beiden Endrunden Stammspieler hinten links, nach Absprache mit Bundestrainer Joachim Löw wegen "der hohen Belastung durch den frühen Start der zweiten Bundesliga", geschont wird und Marvin Plattenhardt (26) von Hertha BSC verletzt ist, kommt Nico Schulz gegen Frankreich zum DFB-Debüt.

Ein Jungspund ist der Linksverteidiger der TSG Hoffenheim freilich nicht, mit 25 Jahren und 94 Bundesligaspielen ein Mittelspät-Berufener, der jedoch alle Nachwuchsteams von der U15 bis zur U21 durchlaufen hat. Schulz' präzise Flanken, seine Schnelligkeit, aber auch seine defensive Stabilität haben Löw überzeugt. Er verzichtete daher auf den Augsburger Philipp Max (24).

Kai Havertz: Ein Typ wie Toni Kroos

Neben Schulz stehen das Schalker Eigengewächs Thilo Kehrer (21), der im August für 37 Millionen Euro Ablöse zu Paris Saint-Germain wechselte, und der Leverkusener Kai Havertz (19) im Kader. Kehrer reiht sich als Innenverteidiger in der Hierarchie hinter Boateng/Hummels/Süle plus Rüdiger ein. Er gilt als Mann für die Zukunft, dessen Einsatzchancen im Abwehrzentrum zunächst gering sein dürften. Auf der rechten Seite könnte er Joshua Kimmichs Stellvertreter werden.

Havertz, der dritte Neuling, könnte der Spielgestalter der (näheren) Zukunft werden. Ein Typ wie Toni Kroos. Frühreif, ruhig, präzises Passspiel. In 56 Bundesligaeinsätzen kommt er auf sieben Tore und 22 Torbeteiligungen – diesen Wert hat in der Bundesliga-Historie in diesem Alter niemand erreicht. Womöglich hilft dem Strategen, dass er angefangen hat, Klavier-Unterricht zu nehmen. "Zur Ablenkung, ich muss den Kopf freibekommen", sagt Havertz.

"Sie haben sich relativ schnell eingefunden, einen guten Eindruck gemacht", sagte Löw über die drei Neuen. "Bei allen merkt man: Sie haben eine gute Basis im technischen und athletischen Bereich." Laut Löw sollen Kehrer und Havertz spätestens beim Testspiel am Sonntag in Sinsheim gegen Peru zum Einsatz kommen. Vor einem Jugendwahn warnte Löw: "Wer denkt, nur mit jungen, talentierten Spielern geht der Weg steil nach oben, der täuscht sich. Wir müssen nicht alles völlig umkrempeln."

 

2 Kommentare

Kommentieren

  1. null