Die Ehrenamtler suchen händeringend nach Helfern. Die AZ hat einen von ihnen besucht – und mit ihm über die Arbeit am Wasser gesprochen.

München - Sonne, Pommes, frische Abkühlung: Die Tage an den Badeseen der Stadt haben den Münchnern auch in diesem Sommer wieder viel Freude gemacht. Doch es gab auch schlimme Zwischenfälle. Zum Beispiel Anfang August am Lußsee im Münchner Westen, wo ein dreijähriges Mädchen in einem unbeobachteten Moment alleine ins Wasser lief, unterging, und später verstarb.

Wasserwacht: Appell an Eltern

Die Ehrenamtler von der Wasserwacht sind dafür da, im Notfall einzugreifen. Wie viele andere Münchner hat auch sie der Fall des Mädchens sehr berührt, wie Wasserwachtler Heinz Effenberger berichtet. "Dieses Unglück geht mir noch besonders nahe", sagt er im Gespräch mit der AZ.

Die Wasserwacht sucht derzeit dringend nach Nachwuchs, um für möglichst viel Sicherheit an den Seen sorgen zu können. Um Unglücke mit Kindern zu verhindern, appelliert der Pressesprecher der Kreiswasserwacht aber vor allem an die Eltern. Effenberger selbst arbeitet im Further Bad in Oberhaching. Seine Beobachtung ist, dass immer mehr Eltern ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen, wodurch zusätzliche Gefahrensituationen entstehen. Daher appelliert er: "Eltern, passt auf eure Kinder auf!"

Effenberger hat diesen Sommer aber auch positive Beobachtungen gemacht. "Die Badegäste geben untereinander auf sich Acht, schauen hin und zögern auch nicht zu helfen."

Um in Zukunft die größtmögliche Sicherheit aller Besucher gewährleisten zu können sind laut Heinz Effenberger daher mehrere Sachen wichtig. "Dass Eltern auf ihre Kinder achten, muss selbstverständlich sein und die Bereitschaft zur Hilfeleistung muss aufrecht erhalten bleiben."

Wasserwacht sucht nicht nur junge Leute

Helfen ist auch seine Passion. Auch nach 40 Jahren ehrenamtlicher Arbeit begeistert ihn die Arbeit bei der Wasserwacht noch. Damals begann er am Lechenauer See. Dort sucht die Wasserwacht heute besonders dringend nach Nachwuchs. "Die zu bewältigenden Aufgaben konnten diesen Sommer nur durch die Mithilfe anderer Ortsgruppen erfüllt werden", beschreibt Heinz Effenberger die Situation.

Nicht nur junge Leute werden gesucht, auch erfahrene Ältere werden gebraucht. Effenberger schwärmt von den Erfahrungen, vom Teamgeist. Und: Man kann selbst Bootsführer oder Taucher bei der Wasserwacht werden. Die dafür notwendigen Lehrgänge bekommen die Teilnehmer sogar bezahlt. Alles, damit es 2019 möglichst keine dramatischen Unfälle wie am Lußsee mehr gibt.