Das geht nix Geh-Kongress wird zur Lachnummer im Rat

Doch SPD und Ude trauen sich nicht, den Wunsch der Grünen abzulehnen

 

MÜNCHEN Gehen lernen – das wäre wirklich ein Thema für die SPD im Rathaus. Denn immer wieder gelingt es den Grünen, ihren Bündnispartner moralisch ans Gängelband zu nehmen. Das war beim Radlclown so. Jetzt ist es bei der neuen München-lernt-gehen-Nummer wieder so.
Das Thema: Die Grünen wollen im September 2013 einen internationalen Kongress über das Gehen nach München holen. Der kostet bis zu einer Million Euro. Nicht zufällig ist das ein Wahlmonat, wie Freie-Wähler-Stadtrat Johann Altmann süffisant anmerkte: für Bundestag und Landtag.
OB Christian Ude versuchte gestern, sich schmunzelnd aus der Affäre zu ziehen: „Richten Sie Fragen an den Bürgermeister Monatzeder.” Der liegt im Krankenhaus.

„Das ist doch Loriot”, flachste FDP-Fraktionschef Michael Mattar zu kabarettistischen Sätzen in der Ratsvorlage wie: „Zu Fuß gehen verursacht keinen Lärm.” Er schlug vor: Zur Finanzierung des Kongresses solle am Fuhrpark gespart werden – damit der OB zu Fuß zur Arbeit gehe.
„Die philosophische Überhöhung des zu Fuß Gehens macht es schwer, der Vorlage zuzustimmen”, sagte Claudia Tausend (SPD). Aber die SPD will es nächste Woche tun. Die Kämmerei protestiert: Der Kongress könne nicht aus der Radverkehrspauschale bezahlt werden. Für die CSU kritisierte Josef Schmid: „Die Stadt kann nicht Personal abbauen und dann einen solchen Kongress bezahlen.”

 

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