Das Fallbeil, unter dem die Geschwister Scholl starben Nazi-Guillotine: Spaenle will Runden Tisch

Diese Guillotine kam in Stadelheim während der NS-Zeit zum Einsatz. Höchstwahrscheinlich wurden auch die Widerstandskämpferin Sophie Scholl und weitere Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" damit hingerichtet. Foto: Walter Haberland/Bayerisches Nationalmuseum/dpa

Wohin mit dem Mordinstrument des Nazi.-Regimes? Experten und Historiker sollen über den künftigen Platz diskutieren

München - Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) will einen Runden Tisch zum Umgang mit jener aufgefundenen Guillotine einberufen, mit der wahrscheinlich auch die Geschwister Scholl von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Ein solches Gremium könne am besten eine Antwort suchen, wo und wie dieses grausame Tötungsinstrument ausgestellt werden könne, sagte Spaenle. Es handele sich um „ein singuläres Fundstück mit besonderer historischer Aufladung“, das einen extrem sensiblen Umgang erfordere.

An dem Runden Tisch sollen nach Auffassung von Spaenle die „Weiße Rose Stiftung“, die an die jungen Widerstandskämpfer um die Geschwister Scholl erinnert, ebenso vertreten sein wie Historiker, Ethik-Fachleute und andere Wissenschaftler.

Am vergangenen Freitag war bekanntgeworden, dass die Guillotine sich vermutlich seit Jahrzehnten weitgehend unbeachtet im Depot des Bayerischen Nationalmuseums in München befindet.

Experten gehen davon aus, dass es sich dabei um das Fallbeil handelt, mit dem Hans und Sophie Scholl getötet wurden. Hundertprozentig sicher ist das aber noch nicht. Die Geschwister Scholl und ihr Freund Christoph Probst wurden am 22. Februar 1943 in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim hingerichtet, weil sie auf Flugblättern gegen das Terrorregime der Nationalsozialisten protestiert hatten.

 

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