Das Ende eines Treffpunkts Abschied vom "Gasthof zum Tiefenbach"

Der letzte Wirt vom "Gasthaus zum Tiefenbach" hatte schon vor sieben Jahren keine langfristigen Pachtverträge mehr. Foto: rg

Abschied von einer Institution: Früher ging es im "Gasthaus zum Tiefenbach" recht zu. Doch zuletzt stand es leer – und nun wird es leider abgerissen.

 

Stück für Stück werden sich in den nächsten Tagen die Bagger durch das Mauerwerk des einstigen "Gasthaus zum Tiefenbach" beißen. Seit 2011 steht das ehemalige Wirtshaus leer. Der Platz wird für das Projekt Ortsmitte benötigt. In den vergangenen Wochen wurde das Gebäude für den Abbruch vorbereitet. Mit dabei war der letzte Wirt und Pächter, Hartmut Hammerl. Die Heizkörper wurden abgeflext – und alles, was nicht niet und nagelfest war, landete auf dem Schutt.

Pfiat di, Schänke! Servus, begehbarer Kühlschrank!

"Eigentlich schade darum", meinte Hammerl, heute sei man um eine barrierefreie Bauweise bemüht, die das Gasthaus ohnehin mitbringt – bis hin zum begehbaren Kühlschrank. Bereits vor sieben Jahren habe man sich mit dem Gedanken an die neue Ortsmitte befasst, so Hammerl, daher habe es keine langfristigen Pachtverträge mehr gegeben. Und so blieb ab diesem Zeitpunkt die Küche kalt und die Schänke trocken. Der Verein für Wirtshausfreunde, der sich den Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur auf die Fahne schreibt, stellte vergebens Bemühungen an, den Betrieb um das Wirtshaus am Laufen zu halten. Mittlerweile sind die allermeisten Tiefenbacher froh, wenn das marode Gebäude von der Bildfläche verschwindet. So auch Hammerl: "Jetzt wird es Zeit, dass der Kasten verschwindet." Was bleibt ist die Erinnerung an alte Zeiten und unzählige Wirtshausgeschichten sowie die Hoffnung, dass mit dem Projekt Ortsmitte der Tiefenbacher nach Jahren der Durststrecke wieder einen Dorftreffpunkt ansteuern kann.

 

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