"Da werden Helden gemacht" Dortmunder Neustart bei Rückkehr nach Wembley

BVB-Sportdirektor Michael Zorc: "In Freiburg sind wir nicht kreativ genug gewesen." Foto: dpa

An das Wembley-Stadion hat Borussia Dortmund keine guten Erinnerungen. Doch am Mittwoch wollen die Schwarz-Gelben an legendärer Stätte den Grundstein zum Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse legen.

 

London - Die Rückkehr nach Wembley soll für Borussia Dortmund ein erfolgreicher Neustart nach einem unwürdigen Abschied aus der Champions League werden. Vier Jahre nach dem verlorenen Finale gegen den FC Bayern und fünf Monate nach dem vom Sprengstoffattentat auf den Teambus überschatteten Viertelfinal-Aus gegen AS Monaco will der Bundesliga-Tabellenführer bei Tottenham Hotspur den Grundstein zum Einzug ins Achtelfinale legen.

"Dieses Spiel ist das schwierigste der gesamten Jahreshälfte - unter Einschluss der Bundesliga, selbst des Spiels gegen Bayern München", sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball, bevor er am Dienstagmittag in den Flieger nach London stieg. Denn angesichts der starken Gruppe mit Titelverteidiger Real Madrid könnte in den Duellen zwischen der Borussia und dem zweimaligen englischen Meister die Entscheidung über den zweiten Teilnehmer an der K.o.-Phase fallen.

"Das ist die schwerste Gruppe, aber auch herausfordernd. In solchen Gruppen werden Helden gemacht", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem Spiel am Mittwoch. 

Nach dem insgesamt gelungenen Saisonstart haben die Schwarz-Gelben viel Selbstvertrauen - daran änderten auch die enttäuschende Nullnummer in Freiburg, die erneute schwere Verletzung von Kapitän Marcel Schmelzer (Außenbandriss im Sprunggelenk) und der Ausfall von Marc Bartra (Adduktorenprobleme) nichts. Es werde zwar eine "riesige Herausforderung", betonte Sportdirektor Michael Zorc, "ich sehe uns aber mit Tottenham auf Augenhöhe."

In der Europa-League-Saison 2015/16 erteilte der achtmalige deutsche Meister den Spurs in zwei Spielen (3:0 und 2:1) sogar eine Lehrstunde. Allerdings schonte Trainer Mauricio Pochettino angesichts des spannenden Titelrennens in der Premier League zahlreiche Stammkräfte. Am Mittwoch muss er lediglich auf Nationalspieler Dele Alli verzichten, der noch eine Rotsperre aus der vergangenen Europacupsaison verbüßt.

"Das jetzige Aufeinandertreffen ist mit den damaligen Spielen nicht zu vergleichen", sagte Zorc. BVB-Coach Peter Bosz erwartet "einen sehr starken Gegner." Trotz einiger Ausfälle hat aber auch der Niederländer zahlreiche personelle Möglichkeiten.

Chance für Jarmolenko?

Für Schmelzer könnte U21-Europameister Jeremy Toljan auflaufen und damit sein Debüt für die Westfalen geben. Der ebenfalls spät verpflichtete ukrainische Nationalspieler Andrej Jarmolenko ist nach seinem Kurzeinsatz in Freiburg ebenfalls eine Option für die Startelf. Er könnte noch mehr Tempo und Ideen ins Dortmunder Spiel bringen.

In Freiburg sei man nicht kreativ genug gewesen, monierte Zorc. Zudem igelten sich die Gastgeber am eigenen Strafraum ein. Am Mittwoch sollte es deutlich mehr Räume für den BVB geben. Da an der White Hart Lane eine neue Spielstätte errichtet wird, bestreiten die Spurs ihre Heimspiele derzeit im traditionsreichen Wembley-Stadion.

"Die Vorfreude auf das Stadion ist groß", sagte Nuri Sahin. Das verlorene "German Endspiel" gegen die Bayern beschäftigt die Dortmunder nicht mehr.

Voraussichtliche Aufstellungen

Tottenham Hotspur: Lloris - Trippier, Alderweireld, Vertonghen, Davies - Dier, Dembélé - Sissoko, Eriksen, Son - Kane

Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Toprak, Toljan - Sahin - Castro, Götze - Philipp (Jarmolenko), Aubameyang, Pulisic

Schiedsrichter: Gianluca Rocchi (Italien)

 

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