CSU zur Pilotystraße Statt Luxussanierung geht es billiger

Der idyllische Innenhof des städtischen Hauses in der Pilotystraße. Foto: Katharina Alt

Der Stadtrat will entscheiden, ob das städtische Haus in der Pilotystraße wirklich luxussaniert werden muss. CSU legt neue Kalkulation vor: Es geht unter einer Million.

Lehel - Am Mittwoch kommt es zum Showdown in Stadtrat, wie es das Rathaus in Wahlkampfzeiten noch nie erlebt hat: Der SPD-OB-Kandidat besteht darauf, dass die von der SPD-Sozialreferentin durchgesetzte Luxussanierung des städtischen Skandalhauses in der Pilotystraße gekippt wird. Und der CSU-OB-Kandidat legt einen billigeren Sanierungsplan vor. Auch die verwahrlosten städtischen Gebäude in der Müllerstraße sind ein Thema.

In der SPD-Fraktion waren wegen der 2,9 Millionen Euro teuren Sanierung der Pilotystraße die Fetzen geflogen: Die Stadt müsse dann mehr Miete verlangen, als der Mietspiegel hergibt, forderte die Sozialreferentin. So beschloss es auch Rot-Grün. Doch OB-Aspirant Dieter Reiter und Fraktionschef Alexander Reissl wollen diesen Beschluss am Mittwoch kippen.

Das will auch die CSU – und die wollte das von Anfang an. „Gerade die Stadt muss den Mietmarkt korrigieren und einfache Sanierungen durchführen“, sagt CSU-OB-Kandidat Josef Schmid: Nur so könnten preiswerte Mieten herausgeholt werden.

Das Sozialreferat hatte von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewofag einen Kostenvoranschlag machen lassen: 2,9 Millionen Euro. Das sind 2900 Euro je Quadratmeter: mit Balkonen, Lift und Dachausbau.

„Das geht auch für 1000 bis 1500 Euro“, behauptet CSU-Stadtrat Marian Offman und legte gestern den Kostenvoranschlag eines Bauunternehmens vor. Gesamtsumme: 790<TH>000 Euro für das Vordergebäude (das in den 80er Jahren sanierte Rückgebäude mit 150 Quadratmetern ist da nicht dabei). Die Firma kalkuliert: Ohne Balkone, ohne Lift, ohne Dachgeschossausbau. Statt teurer Balkone können alle Mieter den idyllischen Hof nutzen.
Jede Wohnung bekommt eine Gasetagenheizung, ein neues Bad und neue Elektroleitungen, die Holzböden werden saniert und die Fenster gestrichen (weil sie relativ neu seien, sagt Offman). Auch die schöne Haustüre werde wieder aufgearbeitet. Der Dachboden werde wärmeisoliert.
„Damit wird die Altbausubstanz erhalten“, sagt Marian Offman. Die mache den Reiz des Hauses aus. „Das reicht“, meint auch sein OB-Kandidat Josef Schmid.

Vor mehr als zehn Jahren wurde die erste Wohnung in dem Haus geräumt. Inzwischen wohnt nur noch eine Mieterin dort. Der Rest steht seit Jahren leer – obwohl das Sozialreferat damit eine Rendite erwirtschaften muss. Die Gewofag hat der Mieterin zwei neue Wohnungen angeboten. Aber sie will nach der Sanierung wieder zurück. Ihre Familie wohnt dort seit Generationen. „Die haben hier getrickst, um uns alle rauszubringen“, sagt sie. Ihr habe man erzählt, dass die Sanierung erst im Jahre 2017 beginne. Der Stadtrat wurde anders informiert: März 2015 geht’s los.

 

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