Bald nur noch für Reisende? Sicherheit am Hauptbahnhof: CSU will noch härter durchgreifen

Geht es nach der Rathaus-CSU, werden die Sicherheitsmaßnahmen am Hauptbahnhof noch weiter verschärft. Foto: dpa

Nur noch Reisende sollen sich künftig am Hauptbahnhof aufhalten dürfen - zumindest wenn es nach der Rathaus-CSU geht. Sie will die Sicherheitsmaßnahmen weiter verschärfen. 

 

Ludwigsvorstadt - Erst wurde ein nächtliches Alkoholverbot erlassen, dann städtische Sheriffs beschlossen – trotzdem will die CSU nun noch einmal nachlegen. In einem neuen Antragspaket fordert die Stadtratsfraktion eine weitere Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen am Hauptbahnhof.

Treibende Kraft hinter dem Verstoß ist erneut der Stadtrat und Bundestagskandidat Michael Kuffer. Rund um den Hauptbahnhof werde weiterhin getrunken, gebettelt, sich prostituiert und im schlimmsten Fall sogar geklaut und geraubt, sagt der 45-Jährige. Alle bisherigen Verbote seien da regelrecht verpufft. Deswegen müsse man nun noch einmal deutlich nachfassen, so Kuffer.

Kein Alkohol mehr - nur noch Reisende

Nach Vorstellung der CSU soll das Alkoholverbot auf den ganzen Tag ausgeweitet werden. Schwer einsehbare Ecken sollen beseitigt und der Bahnhofsvorplatz zu einer Bahnanlage umgewidmet werden, so dass sich dort nur noch Reisende aufhalten, die zum Zug wollen, oder Leute, die in die umliegenden Geschäfte wollen.

Um die verschärften Verbote durchsetzen zu können, soll die Stadt einen privaten Sicherheitsdienst engagieren. Die Stadtsheriffs werden ihre Arbeit nämlich voraussichtlich erst Mitte kommendes Jahres aufnehmen. Da müsse man schon vorher für Ordnung sorgen, sagt Kuffer. 20 bis 30 Mann, schätzt er, sollten dafür eigentlich reichen.

Es habe auch in den vergangenen Wochen reihenweise Beschwerden von Anwohnern, Passanten und Geschäftstreibenden gegeben, sagt Manuel Pretzl, der CSU-Chef im Rathaus. Insgesamt habe sich die Lage zwar etwas verbessert, findet er. "Wir müssen aber trotzdem noch was tun." 

Grüne: CSU gefährde die Stimmung in der Stadt

Bei den Grünen und der SPD sieht man das natürlich grundlegend anders. Von "Alarmismus" und einem "Verunsicherungs-Wahlkampf" spricht Christian Vorländer, der sicherheitspolitische Sprecher der Rathaus-SPD. "Die wollen halt simulieren, dass sie sich kümmern", sagt Vorländer.

Bei den Grünen hat man eine ähnliche Interpretation. "Total durchschaubar" sei das alles, findet Fraktions-Vize Dominik Krause. Die CSU konstruiere ein Problem, um damit dann Wahlkampf zu machen. Dabei sei mitnichten ungewöhnlich, was am Hauptbahnhof passiere. "Die CSU gefährdet so nur die Stimmung in der Stadt", sagt Krause.

 

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