CSU-Parteitag Seehofer im Glück: Er bekommt 95,3 Prozent

 Seine Partei macht Seehofer mit  95,3 Prozent zum  Muskelprotz für die Koalitionsverhandlungen. Gauweiler wir mit 79,1 Prozent sein Vize.

 

München Horst Seehofer baut schon mal vor. „Die Prozente, die man in der Bevölkerung erreicht, sind noch wichtiger als die, die man auf dem Parteitag bekommt.“ Das soll heißen: Mein Wahlerfolg ist mir wichtiger als der Rückhalt meiner Partei. Er gibt den ganz Coolen vor seiner Wiederwahl zum Parteivorsitzenden am Samstag auf dem CSU-Parteitag in München.

Das aber ist nur gespielt. Seehofer will ein Superergebnis, damit er in Berlin beim heißen Endspurt zum Koalitionsvertrag den großen Zampano spielen kann. Dabei wäre die ganze Show gar nicht nötig gewesen.  Seine Partei macht ihn zum Größten und liegt ihm zu Füßen. Seehofer bekommt 95,3 Prozent. Sein bisher bestes Ergebnis.

Verwirrung gibt  es nur um die Stimmzettel: 732 Delegierte haben ihr Kreuz abgegeben. 13 Stimmzettel sind ungültig. 33 CSU-Delegierte verweigern Seehofer ihre Gefolgschaft. 685 stehen voll hinter  ihm. Fehlt nach Adam und Riese eine Stimme, die unterschlagen wurde. Des Rätsels Lösung: Ein Delegierter hatte auf den Stimmzettel den Namen des Generalssekretärs geschrieben: Alexander Dobrindt. Und das ist damit eine gültige Stimme.

Gauweiler bekommt das schlechteste Ergebnis der Vizes

Mit viel Pathos schlägt Seehofer den Münchner CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler als einen seiner vier Stellvertreter vor: „Er erinnert mich an meine Jugend.“ Aber auch an die nahe Vergangenheit. Auch Seehofer war erst im zweiten Anlauf zum CSU-Chef gewählt  geworden. Gauweiler hatte 2011 gegen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer für einen Vize-Posten kandidiert und war unterlegen. „Dieses Gefühl kenn ich“, sagt Seehofer. Er überschüttet Gauweiler mit Lob, weil der trotzdem „stehengeblieben“ sei und im Wahlkampf für „unsere politische Familie“ gefightet habe. Seehofer: „Das nötigt mir Respekt ab.“

Soviel Schützenhilfe hat's auch gebraucht. Gauweiler polarisiert selbst in der CSU und pflegt seine Feinde. Ein Sensationsergebnis hat er deshalb nicht erwartet. 149 Delegierte stimmen gegen den Euroskeptiker. Er bekommt 79,1 Prozent.  Gauweiler hebt den Daumen - und nimmt die Wahl an.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm wird mit 89 Prozent wieder zu Seehofers Stellvertreterin gewählt.  Verkehrsminister Peter Ramsauer erhält 86,4 Prozent, Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt 88,8 Prozent. 

Quotengegnerin nutzt jetzt das Frauenticket

Bei der CSU ist alles möglich. Ex-JU-Chefin Kathrin Albsteiger, die frisch in den Bundestag gewählt wurde,  kandidiert jetzt im Frauenblock für einen Platz im Parteivorstand.  Mit einer fulminanten Rede hatte sie auf dem CSU-Parteitag 2010 noch eine Frauenquote für die Christsozialen verhindert. So etwas brauche sie nicht.  Inzwischen hat sie einen Karrieredämpfer erhalten. Die JU wollte sie nicht mehr an ihrer Spitze, damit war auch ihr Sitz im Parteivorstand futsch.

 

 

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