CSU-Liste 2013 Seehofer geht doch auf Nummer sicher

Ein eigener Stimmkreis und die Hilfe der Freien Wähler sollen Horst Seehofer den Einzug ins Parlament garantieren.

 

Neuburg/Schrobenhausen „Brauch’ ich nicht“, hatte Seehofer immer wieder posaunt. Einen eigenen Stimmkreis wolle er nicht, er werde nur als Spitzenkandidat auf der CSU-Liste 2013 kandidieren. Von wegen. Damit er auch garantiert in den Landtag gewählt wird, sichert sich der CSU-Chef jetzt doch ab: als Direktkandidat mit einem Stimmkreis, der extra für ihn zusammengezimmert wurde. Und einem Kuhhandel mit den Freien Wählern, der ihm zu einem respektablen Abschneiden verhelfen soll.

Offensichtlich wurde der bayerische Ministerpräsident nervös, dass er die Wahl ins Bayern-Parlament als Spitzenkandidat doch nicht alleine schaffen könnte. 2008 hatte die CSU nämlich keinen einzigen Oberbayern über die Liste ins Parlament gebracht. Bereits Anfang des Jahres hat Seehofer sein Sicherheitsnetz geknüpft. Wie die AZ erfuhr, machte er schon am 30. März alles klar, den neugegründeten Stimmkreis Neuburg- Schrobenhausen zu übernehmen. „Ich bin stolz, dass wir das so lange geheim halten konnten“, freut sich der CSU-Kreisvorsitzende Alfred Lengler. Er tut nun alles, um seinem Chef ein ruhmreiches Abschneiden im Spargelland zu verschaffen.

Unter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählt er seinen Parteifreunden von einem Gegengeschäft mit den Freien Wählern. Die würden Seehofer in der Landtagswahl unterstützen. Im Gegenzug bekäme ihr Landrat dann bei der Kommunalwahl 2014 Schützenhilfe von der CSU. „Ein solcher Kuhhandel mit den Freien Wählern ist eines Ministerpräsidenten doch nicht würdig“, empört man sich schon bei den Christsozialen. Lengler selbst tut das als „Gerücht“ ab: „Kann ich nicht bestätigen.“

Langsam rückt er dann mit der Version heraus: „Die Freien Wähler haben mir mal suggeriert, dass sie sich das vorstellen könnten.“ Das Angebot habe ihm der Landrat von Neuburg-Schrobenhausen, Roland Weigert, gemacht. „Der ist ein großer Seehofer- Fan“, sagt Lengler. Nächsten Freitag soll der Ministerpräsident offiziell zum Direkt-Kandidaten gekrönt werden. Der Stimmkreis liegt nur ein paar Kilometer von seinem Wohnort entfernt. In der Gegend brachte es die CSU einst auf über 60 Prozent. Vor vier Jahren stützte sie dort am tiefsten ab – um bis zu 24 Prozent.

 

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