CSU-Abgeordneter gründet Verein "Freunde des Viktualienmarkts" für den Schutz der Standl

Gründungsmitglieder des Vereins: Nicola Mayerl, Franz Guber, Herbert Mansdorfer, Christian Oberloher, Maximilian Guber, Wolfgang Stefinger und Veronika Grünewald (von links). Foto: Daniel von Loeper

Der Verein "Freunde des Viktualienmarkts" hat sich dem Schutz der alten Standl verschrieben. Gegründet wurde er vom CSU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Stefinger.

Wenn die Sonne scheint, sind die Bänke im Biergarten am Viktualienmarkt auch bei Minusgraden gut gefüllt. Einheimische treffen sich zum Weißwurst-Frühstück und Touristen machen Fotos von ihren Bierkrügen. Darum herum schlendern Marktbesucher gemächlich umher und versorgen sich an an den Standln mit frischem Obst und Käsespezialitäten. An solchen Tagen ist sie spürbar: die besondere Atmosphäre des Viktualienmarktes.

Doch die Sorge, dass diese Atmosphäre schon bald Modernisierungen zum Opfer fallen könnte, geht um. Denn der Markt ist in die Jahre gekommen. So wie der Markt am Wiener Platz und der Elisabethmarkt – die auch von Neubau-Debatten betroffen waren beziehungsweise sind.

Einer, der es auch künftig nicht zu modern haben möchte auf dem Viktualienmarkt, ist der CSU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Stefinger. "Natürlich werden Sanierungen sein müssen, aber Charme und Flair müssen erhalten bleiben", findet er. Für dieses Anliegen hat er nun den Verein "Freunde des Viktualienmarkts" ins Leben gerufen. Der möchte sich für behutsame Sanierungen und den Schutz der alteingesessenen Händler einsetzen. Auch das Thema Denkmalschutz steht ganz oben auf der Liste des Vereins. Schon jetzt stehe man mit dem Landesdenkmalrat in Kontakt, sagt Stefinger. "Der Viktualienmarkt soll ein sozialer Treffpunkt bleiben", findet er.

Jeder kann dem Verein beitreten

Dass die Stadt einen solchen Verein brauche, zeige die Debatte um den Markt am Wiener Platz, finden die Mitglieder. Vergangenes Jahr hatte die Stadtverwaltung zeitweise einen Abriss und Neubau der dortigen Stände gefordert. Nur so könne man neuesten Hygienestandards gerecht werden, hieß es.


Schützenswert: Die alten Standl am Viktualienmarkt. Foto: AZ-Archiv

Zwar kassierte OB Dieter Reiter (SPD) den Abriss letztendlich und setzte stattdessen Sanierungen durch, was das aber für andere Märkte in der Stadt heißt, ist nach wie vor unklar.

Noch bestehen die Freunde des Viktualienmarkts zum Großteil aus Parteifreunden Stefingers. Dabei sind unter anderem Nicola Mayerl, die sich vor kurzem um den Vorsitz des CSU-Kreisverbands München-Mitte bewarb, und Stefingers Büroleiter Christian Oberloher. Trotzdem stehe der Verein jedem offen, betont der Abgeordnete: "Wir wollen eine Plattform für alle Bürger sein, die den Viktualienmarkt schützen wollen."

Dabei solle es keinesfalls nur bei frommen Wünschen bleiben. Wenn es darauf ankäme, wären die Vereinsmitglieder auch bereit ein Bürgerbegehren für den Markt zu starten. Die besondere Atmosphäre des Markts ist es ihnen wert.

 

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