Coronavirus-Krise "Bild": DFL mit Abbruch-Szenario: Meister und zwei Absteiger

Die nächste DFL-Versammlung ist für Donnerstag terminiert. Foto: Arne Dedert/dpa/dpa

Frankfurt/Main - Die Deutsche Fußball Liga hat einem Medienbericht zufolge ein Notfallszenario für den Fall eines Saisonabbruchs entworfen.

 

Sollte die Spielzeit aus rechtlichen Gründen nicht zu Ende gebracht werden können, solle die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Tabelle gewertet werden, berichtete die "Bild"-Zeitung. Damit könnte ein Meister gekürt werden, es gäbe jeweils zwei feste Absteiger und keine Aufstockung der Ligen.

Über diese Modalitäten wolle die DFL die 36 Clubs bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag abstimmen lassen, hieß es weiter. Den Vereinen sollen demnach nach Bundesliga und 2. Bundesliga getrennt zwei Papiere mit der Hoffnung auf Zustimmung vorgelegt werden. Aktueller Bundesliga-Tabellenführer vor dem angestrebten Wiederbeginn an diesem Samstag ist der FC Bayern München, die direkten Abstiegsplätze belegen derzeit Werder Bremen und der SC Paderborn. Offen ist, was passiert, wenn Clubs eine unterschiedliche Anzahl an Spielen absolviert haben.

Als zweiten Punkt sollen die Clubs dem Bericht zufolge zustimmen, dass die Saison bis zum 30. Juni, notfalls aber auch im Juli abgeschlossen werden könne. Zahlreiche Spielerverträge enden zum 30. Juni.

Bei der Mitgliederversammlung sollen wichtige Regelungen für den Fall eines "erzwungenen Saisonabbruchs" getroffen werden. Das sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Fußball Liga, Peter Peters, der Deutschen Presse-Agentur. Die Clubs sollen einem DFL-Plan zur Auf- und Abstiegsregelung zustimmen. In die Statuten soll zudem aufgenommen werden, dass es keine Aufstockung der 1. und 2. Bundesliga geben wird.

"Wir werden am Donnerstag wohl letztmals das Thema 'erzwungener Saisonabbruch' behandeln. Letztmalig deshalb, weil ich überzeugt bin, dass es dazu nicht kommen wird", sagte Peters im dpa-Interview. "Aber für diesen absolut unwahrscheinlichen Fall steht für mich fest: Es wird keine Aufstockung - und es muss auch Auf- und Abstieg geben."

Allein die Relegationsspiele sollen bei einem erzwungenen Abbruch der Spielzeit wegfallen. "Nochmal: Dieses Szenario ist höchst unwahrscheinlich, sollte aber auch geregelt sein. Ich bin überzeugt, dass alle Clubs diesem Vorschlag zustimmen", betonte der 57 Jahre alte Stellvertreter von Christian Seifert im DFL-Präsidium.

Sollte es nicht vorsorglich in den Statuten geregelt werden, sähe Peters bei einem Abbruchszenario einen "Berg von Problemen" auf die DFL zukommen. Er fürchtet lange juristische Auseinandersetzungen, weil es in solch einem Fall immer "negativ Betroffene" gebe. "Dann müssten wir viele Regelungen treffen, deren Folgen noch gar nicht absehbar sind. Das ginge nicht ohne große Komplikationen. Wenn man von Fairness spricht, ist es am besten, die Saison auf den grünen Rasen zu Ende zu bringen als Entscheidungen am grünen Tisch zu treffen." Am Dienstagabend hatte zuerst die "Bild"-Zeitung berichtet, dass über die Modalitäten bei einem Saisonabbruch abgestimmt werden soll.

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