Confed-Cup in Brasilien Pelé: Angst um die Selecao

Dante: Bei Bayern gesetzt, in der Selecao noch nicht. Foto: AP

Brasiliens Nationalelf mit Neymar und Dante steht beim Confed-Cup unter Druck. Bayerns Martínez muss sich für Spanien beweisen.

 

München - Da wäre etwa Samuel Hnanyine, von Beruf Mehlträger. Oder Teheivarii Ludivion, normalerweise Kletterarbeiter und Gilbert Meriel, eigentlich Gutachter, aber eben auch: Mitglied der Nationalmannschaft Tahitis. 2012 gewann die Truppe des Insel-Archipels sensationell die Ozeanien-Meisterschaft, nun dürfen sie zur Belohnung bei dem am Samstag beginnenden Confed Cup in Brasilien ganz nah dran sein an den Stars des Weltfußballs. Für die Tahitianer ist allein die Teilnahme am Vorbereitungsturnier für die WM im kommenden Jahr „ein Märchen“, wie Trainer Eddy Etaeta.

Sonst aber kommt es bis zum 30. Juni in Brasilien schon mal zum Schaulaufen der Stars. Geladen sind neben Weltmeister Spanien und Gastgeber Brasilien die amtierenden Meister der Kontinentalverbände – aus Europa kommt, da Spanien gesetzt ist, zusätzlich der EM-Zweite Italien – und alle sind sie mit ihren besten Mannschaften angereist.

Sei es nun Mexiko mit ManUniteds Superdribbler Chicarito oder Japan mit seinen acht Bundesligaspielern und dazu noch den Ex-Dortmunder Shinji Kagawa oder Südamerika-Meister Uruguay mit den zwei Stürmern Luis Suarez (Liverpool) und Edison Cavani (Neapel), der für schlappe 50 Millionen Euro zu haben wäre in diesem Sommer.

Aus Deutschland hat sich Bundestrainer Joachim Löw angekündigt. Der Münchner Schiedsrichter Felix Brych, eben erst vom DFB zum Schiedsrichter des Jahres gekürt, ist als Referee vor Ort. Die AZ stellt die Situation bei den Turnier-Favoriten vor:

BRASILIEN: Es lief zuletzt nicht rund bei der Selecao, und das lag auch an: Neymar. Seit 842 Minuten wartet der 21-Jährige, auf ein Tor, dazu kommen Knieprobleme und Pfiffe bei den letzten Länderspielen vom eigenen Anhang. Das Fußball-Wunderkind, gerade für 57 Millionen Euro zu Barca gewechselt, steht unter Druck. Sowohl bei der Copa America 2011 wie bei Olympia 2012 spielte Neymar schlecht. Die Bayern-Stars Dante und Luiz Gustavo sind keine Stammspieler. „Lasst uns die Selecao nicht ausbuhen, sondern unterstützen“, mahnt vorsorglich schon mal Brasiliens Legende Pelé.

SPANIEN: Beim FC Bayern hat sich Javi Martínez unverzichtbar gemacht. Nun will er gleiches in der Selección schaffen – und zum einzigen Spieler der Welt werden, der als Gewinner des Confed Cups, Welt-, Europa- sowie nationaler Meister, Pokalsieger und Champions-League-Sieger amtiert. Trainer Vicente del Bosque hat Martínez eine „große Zukunft“ prophezeit, bekannte aber auch: „Es fällt mir schwer, aus einer sehr guten Gruppe die Besten auszuwählen.“

ITALIEN: Die Azzurri blamierten sich mal wieder vor Turnierstart, spielten nur 2:2 gegen Haiti. Zudem sorgte Mario Balotelli – ebenfalls mal wieder – für Ärger. Erst holte er sich beim 0:0 gegen Tschechien Rot, dann spielte er gegen Haiti dermaßen lustlos, dass Trainer Cesare Prandelli sich schon gefragt hat, ob er den 22-Jährigen nicht lieber in Urlaub schicken sollte. Doch Balotelli gab sich reumütig – und via Twitter sein Motto für das Turnier bekannt. „Professionalität, Menschlichkeit, Engagement.“ Nicht nur dafür gab es Lob von Pelè: „Balotelli ist ein großer Spieler. Mir gefällt sein Stil auf dem Platz.“

 

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