Comeback gegen Hoffenheim Bayern feiern Schweinsteigers Rückkehr

Bastian Schweinsteiger feiert 132 Tage nach dem Triumph mit der DFB-Elf im WM-Finale sein Comeback bei Bayern. Foto: dpa

Dass der FC Bayern Hoffenheim schlägt und zur Herbstmeisterschaft eilt, wird zur Nebensache. Der Grund dafür: Bastian Schweinsteigers umjubeltes Comeback.

 

München - Auf dem Weg zur Fankurve führte Bastian Schweinsteiger den siegreichen FC Bayern schon wieder an. Das Comeback des Weltmeisters machte den Spieltag mit einem 4:0 (2:0) gegen 1899 Hoffenheim und Niederlagen der Konkurrenz für die Münchner endgültig perfekt.

Und Schweinsteiger zeigte sich bewegt: "Es hat natürlich mein Herz schon sehr berührt, so empfangen zu werden von den Zuschauern. Solche Momente vergisst man nie", gestand der 30-Jährige am Samstag nach seinem Kurzeinsatz beim 4:0 (2:0) des FC Bayern München gegen 1899 Hoffenheim. Unter einem Jubelsturm war Schweinsteiger in der 77. Minute eingewechselt worden, fügte sich mit einem Torschuss und der passgenauen Vorlage zum 4:0 erfolgreich ein. Erstmals seit 132 Tagen, dem Triumph im WM-Finale, stand der Co-Kapitän wieder bei einem Pflichtspiel auf dem Rasen.

Bislang hatte er nur zehn Minuten in der Sommervorbereitung bei einem Freundschafsspiel der Bayern in den USA mitgekickt. "Es ist eine große Nachricht vor allem für ihn, aber auch für uns", erklärte Trainer Pep Guardiola.

Das Publikum, es sprang geradezu auf von den Sitzen, und als der Weltmeister zu seinem ersten Einsatz in einem Pflichtspiel seit der magischen Nacht von Rio auf den Rasen lief, schwoll der Jubel an zum Orkan. "Der Fußballgott ist wieder da", sagte Arjen Robben hinterher mit einem Grinsen, "da habe ich Gänsehaut bekommen". Dass ihm schon zehn Minuten nach der Einwechslung eine wunderbare Vorlage zum 4:0 durch Sebastian Rode gelang (87.), rundete Schweinsteigers Comeback ab.

Auch Guardiola konnte sich der außergewöhnlichen Stimmung bei dieser mehr als gewöhnlichen Einwechslung nicht entziehen. "Ich habe gemerkt", sagte der Trainer, "wie wichtig er für diesen Verein ist". Nein, ergänzte er, natürlich sei Schweinsteiger "noch nicht ganz fit, aber mit seiner Erfahrung kann er uns immer weiterhelfen".

Auch Robben betonte: "Schweinsteiger ist wichtig für uns, er ist ein super Spieler und ein super Typ." Es ging hinterher beinahe unter, dass der FC Bayern an diesem denkwürdigen Samstag nicht nur die Rückkehr von Schweinsteiger feiern durfte, sondern auch einen "Pro-Bayern-Spieltag", wie es der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge bezeichnete. "Alle unsere Verfolger haben Federn gelassen", stellte er zufrieden fest.

Sieben Punkte liegen die Münchner vor dem VfL Wolfsburg, zehn vor Borussia Mönchengladbach sowie Bayer Leverkusen. Es ist an der Zeit, die Ferngläser herauszuholen. Er gehe "sicher nicht frustriert ins Bett", sagte Rummenigge, und während alle weiter über Schweinsteiger sprachen, betonte er: "Für den Sieg gibt es keinen Ersatz." Ja, er sei "mehr als froh, dass Schweini wieder da ist", aber noch mehr erfreut es den Klub-Chef, dass es irgendwie egal ist, wer spielt - der FC Bayern bleibt so oder so eine Klasse für sich.

Stimmen zum Spiel - Robben: "Haben vergessen, Fußball zu spielen"

"Wir sind trotz vieler Verletzter gut aufgestellt. Unser größter Vorteil ist, dass trotz unserer Situation niemand lamentiert." Man kann dem FC Bayern in der Tat nicht vorwerfen, dass er seine bemerkenswerten Personalprobleme beklagt. Der Ausfall von Philipp Lahm hätte jede andere Mannschaft wohl aufheulen lassen, zumal ja auch Hochkaräter wie Javi Martinez, Thiago, Holger Badstuber oder David Alaba fehlen.

"Wir haben Qualität im Kader, die ist enorm", sagte Mario Götze, Torschütze zum 1:0 mit einem sehenswerten Weitschuss (23.). Hernach trafen auch die guten Robert Lewandowski (40.) und Robben (82.).

Das Ergebnis, behauptete Guardiola, sei zu hoch ausgefallen, Hoffenheims Kapitän Andreas Beck versicherte sogar: Auch wenn es blöd klinge, aber "es hat sich ganz gut angefühlt auf dem Platz". In der Tat gab es bereits Mannschaften, die weitaus schlechter gespielt haben in München, und TSG-Sportdirektor Alexander Rosen klang sogar stolz, als er bekräftigte: "Wir haben es geschafft, die Bayern zu nerven", die Spieler könnten "in die Spiegel schauen, die in der Kabine hängen".

Aber, wie sagte Trainer Markus Gisdol: "Wenn du in München etwas mitnehmen willst, muss alles passen." Und das gelingt nicht, auch nicht an Tagen, an denen für den FC Bayern nicht alles, aber vieles passt. Das Comeback eines Weltmeisters inklusive.

 

0 Kommentare