Club-Neubau Noch geht nix - aber vielleicht bald

Zwölf Meter hoch, 90 Meter breit, großzügige Glasfassade und das Club-Emblem inmitten des rot gestrichenen Haupteingangs: So schön soll das neue Funktionsgebäude werden - doch der Baubeginn lässt weiter auf warten. Grafik: Architekt Matuschek

NÜRNBERG Schöne, neue Club-Welt. Aber wann erfolgt endlich der Spatenstich für das Funktionsgebäude? Das fragen sich Mitglieder, Fans und Zeichner der Club-Anleihe, die dem Verein vor einem Jahr knapp sechs Millionen Euro bescherte, um den „Ruhmreichen” auf ein neues Fundament zu stellen. Nur: Es tut sich nichts am Valznerweiher – zumindest nichts, was ins Auge stechen würde. Bagger, Kräne, Betonmischer, emsige Arbeiter mit Bauhelmen in Blaumännern? Fehlanzeige!

 

"Das war aber leider nicht zu stemmen"


„Vielleicht haben wir die Sache etwas unterschätzt”, gesteht Alt-Präsident Franz Schäfer. Der 74-Jährige war eine der Triebfedern für den mit 4,5 Millionen Euro veranschlagten Prachtbau. Schäfers Wunsch, obwohl er sich „definitiv nicht mehr” ins Tagesgeschäft einmischt: „Das beste Datum für die Grundsteinlegung wäre der 4. Mai. Da feiert unser Club 111. Geburtstag.” Würde es klappen, wäre es über ein halbes Jahr später, als Schäfer bei seiner Abschiedsrede verkündet hatte.
„Ich hätte mich gefreut, wenn es letzten Oktober losgegangenen wäre. Das war aber leider nicht zu stemmen”, erklärt Schäfer in der Nachbetrachtung. Die Gründe sind vielfältig. Wie der geänderte Innenausbau. Nach der Kooperation mit dem „Haus der Athleten” in der Dutzendteichstraße gibt’s statt 26 Zimmern im integrierten Jugendinternat nur noch 15. Schon war eine Änderungsgenehmigung durch die städtischen Behörden nötig. Die ließ, anders als etwas blauäugig erhofft, ein paar Wochen zu lange auf sich warten. Doch nur wenn das so genannte „Leistungsbuch”, ein 1000 Seiten umfassender Wälzer, bis aufs kleinste Detail (Türbeschläge, Duschköpfe etc.) steht, kann die Ausschreibung für ein Generalbauunternehmen (GU) beginnen. Das war erst letzten November der Fall. Weil jedoch weder der unvorsehbar harte Winter noch die Preisvorstellungen der vormals fünf möglichen GU dem Club in die Karten spielten, herrschte Stillstand.

Ende der Woche soll Entscheidung fallen


Nicht jedoch hinter den Kulissen. Ralf Woy, Vorstand Finanzen beim Club, verhandelte mit harten Bandagen. Schließlich können aus „viereinhalb Millionen Euro auch mal schnell sieben oder acht werden”, weiß der ehemalige Banker. Mittlerweile sind nur noch zwei GU im Rennen. Woy: „Ich bin optimistisch, dass wir Ende dieser Woche unserem Favoriten den Zuschlag erteilen.” Quasi zum Stichtag der ersten Zinsausschüttung an die Anleger. Am Freitag steht die erste von sechs jährlichen Raten in Höhe von 350.000 Euro zur Auszahlung an.
Klappt es nach etlichen Irrungen und Wirrungen endlich nach Plan – ein kleines Fragezeichen steht noch hinter der Ab- und Regenwasserentsorgung – könnte der Baubeginn am 4. Mai erfolgen. Die feierliche Eröffnung von Club-Museum, Verwaltungs- und Lizenzspielertrakt sowie Jugendinternat auf drei Stockwerken und 3000 Quadratmetern Nutzfläche wäre dann im Frühjahr 2012.

 

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