Club-Küken Wießmeier Profi-Debüt mitten im Abi-Stress

„Wenn wir der Meinung sind, ihn reinzuwerfen, dann haben wir uns das gut überlegt“: Und schon gibt Julian Wießmeier in Hannover sein Bundesliga-Debüt. Foto: Wolfgang Zink

NÜRNBERG Hannover gegen den Club – für die allermeisten FCN-Profis geht es beim Saisonfinale am Samstag (15.30 Uhr) in der AWD-Arena lediglich noch um die berühmte goldene Ananas. Nur einer dürfte in der Nacht zuvor vor Aufregung kein Auge zumachen können. Denn eine Überraschung hatte Club-Trainer Dieter Hecking vor dem Abschluss-Kick noch parat: „Julian Wießmeier wird sein Bundesliga-Debüt geben!“ Und zwar in der Startelf.

 

"Wir sind überzeugt, dass er die Veranlagungen hat"


Julian wer? Bislang war der 18-jährige Mittelfeldspieler höchstens den eingefleischten Trainingskiebitzen ein Begriff, die ihn bei seinen gelegentlichen Einheiten mit den Profis begutachten konnten. Andererseits: Wer kannte letzten Sommer schon einen Philipp Wollscheid oder einen Timothy Chandler?
Beide Senkrechtstarter stehen mittlerweile exemplarisch für das mutige wie erfolgreiche Jugendstil-Projekt beim Club. Wießmeier soll nun diese Entwicklung fortsetzen. „Wir sind überzeugt, dass er die Veranlagungen hat“, lobt Hecking den Kapitän der A-Junioren und fügt an: „Wenn wir der Meinung sind, ihn reinzuwerfen, dann haben wir uns das gut überlegt.“
Die bisherige Bilanz gibt Hecking recht: „ Zehn Spieler aus der U 23 in dieser Saison zu Bundesliga-Ehren zu bringen, das ist sensationell.“ Gemeint sind neben Debütant Wießmeier damit Wollscheid, Chandler, Markus Mendler und Marvin Plattenhardt ebenso wie Rubin Okotie, Robert Mak, Mehmet Ekici, Almog Cohen und Nassim Ben Khalifa, die alle bei den Amateuren gespielt haben – oder wie Mak, zumindest in dieselbe Alterskategorie fallen.

"Illy wird zuhause bleiben"


Vertreten soll Wießmeier in Hannover den Neu-Dortmunder Ilkay Gündogan, der laut Hecking „in einem Loch steckt“ und dessen Engagement beim Club damit vorzeitig beendet ist. „Illy wird zuhause bleiben“, hat sich Hecking bereits festgelegt. Dabei ist die Position im Mittelfeld längst nicht die einzige Parallele zwischen den beiden Youngstern. Denn Wießmeier steckt – wie vor einiger Zeit auch Gündogan – an der Bertolt-Brecht-Schule gerade voll im Abi-Stress. Heute muss er zur Deutsch-Klausur antreten. Nächste Woche folgen dann die Abschluss-Prüfungen in Englisch und Mathe. Da könnte so eine sportliche Zwischenprüfung ja direkt erholsam sein.

 

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