Christkindlmärkte im AZ-Test Pinker geht's nicht

"Pink Christmas": Keine klassische Weihnachtsstimmung, aber viel Abwechslung bietet der schwule Christkindlmarkt auf dem Stephansplatz im Glockenbachviertel. Hier gibt's die Bilder. Foto: AZ/Wackerbauer

Die AZ testet Weihnachtsmärkte. Heute: Der Pink Christmas auf dem Stephansplatz. Der fällt nicht nur wegen Zucchini-Minz-Puffern und kuriosen Drinks etwas aus dem Rahmen. 

 

Dieser Weihnachtsmarkt ist anders. Wirklich. Er ist pink. Sehr pink. Und er ist Münchens einziger Queer-Weihnachtsmarkt, also ein homosexueller. „Pink Christmas“ heißt es jeden Tag ab 16 Uhr auf dem Stephansplatz im Glockenbachviertel.

Wer geht hin? Das Publikum ist recht jung, bis etwa 40Jahre alt, und bunt gemischt. Klassischer Glockenbach-Chic trifft hier auf den einen oder anderen Hippie.

Was ist geboten? Ab 19 Uhr startet in der Regel das Showprogramm. Auf der Bühne stehen dann unter anderem Travestiekünstler wie Chantal G., aber auch Popsänger wie Linda Teodosiu oder Patrick Lindner. Seltsam, aber interessant, ist die hippe Aufmachung des Platzes. Hier finden sich keine Holzbuden, sondern nur weiße Zelte. Scheinwerfer tauchen den Platz in Pink und Blau.

Was gibt’s Besonderes? Vor allem Information über die schwul-lesbische Kultur in München. Zwischen Glühwein- und Grillzelten stehen Infostände der Aids-Hilfe oder vom Magazin „Queere Seiten“. Die Anwohner scheinen sich in das bunte Treiben vor ihrer Haustür verliebt zu haben. Viele Nachbarn trinken hier ihren Feierabendglühwein oder futtern noch schnell einen exotischen Puffer.

Sowieso: das Essen. Was hier verkauft wird, gibt es sonst wohl nirgends in der Stadt. Zucchini-Minz-Puffer zum Beispiel (4,50 Euro) – ein Test lohnt sich. Ebenso empfehlenswert sind die Spinat-Sesam-Puffer mit Wacholderschinken (5,90 Euro).

Doch es gibt auch klassische Gerichte. Sehr angetan waren wir von der Steaksemmel (6 Euro) mit extra viel Zwiebeln und saftigem Fleisch.

Auch die Drinks sind bemerkenswert. Etwa der Hot-Maracuja-Cranberry mit Vanille (3,50 Euro) – ein lustiger, süßer Drink mit einem Schuss Wodka. Oder der zuckersüße Marille-Wodka (4,50 Euro).

Wie stark weihnachtet’s? Zugegeben: Es ist schon recht schrill auf dem Pink-Christmas-Markt. Weihnachtsstimmung will nicht so recht aufkommen. Doch der selbst erklärte rosarote Stern unter den Weihnachtsmärkten lohnt einen Besuch. Und sei es: zur Abwechslung.

Wann ist geöffnet? Montag bis Freitag 16 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 12 bis 22 Uhr, Showtime: etwa ab 19 Uhr.

 

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