Christine Theiss Vor dem letzten Kampf: "Passt, altes Haus!"

Christine Theiss in der Woche vor ihrem Abschiedskampf. Foto: dpa

Kickbox-Queen Christine Theiss beendet am Freitag ihre Karriere. Hier verrät sie, wie sie mit dem Abschied umgeht.

 

AZ: Frau Theiss, die Christkindlmärkte sind geöffnet, es gibt Plätzchen und Lebkuchen – aber Sie müssen hungern. Unschön, oder?

CHRISTINE THEISS: Das letzte Kilo um auf das Kampfgewicht zu kommen ist so wahnsinning zäh. Und das in der Vorweihnachtszeit. Eine Unverschämtheit. Ich hasse es! (lacht)

Am Freitagabend (live auf Sat.1 um 23.15 Uhr) bestreiten Sie gegen Olga Stavrova den letzten Kampf Ihrer Karriere – gefolgt von einem Festessen?

Das Gewicht vor dem Kampf ist nicht mein Wohlfühlgewicht, das sind zwei Kilo zu wenig. Kleine Anekdote: Montag habe ich mir was Neues zum Anziehen gekauft – die Verkäuferin meinte: Das brauchen Sie aber eine Nummer kleiner. Und ich: Nein – schon am Freitag brauche ich diese Größe!

Es ist die letzte Kampfvorbereitung Ihres Lebens. Ihr Trainer Mladen Steko hat erzählt, bei einem Sparring wären Tränen der Rührung geflossen.

Ich bin eben auch nur eine Frau! (lacht) Genau genommen war es nicht während des Sparrings, da habe ich mich zusammengerissen. Hinterher sind sie gekommen.

Der letzte Kampf – das heißt auch: Das letzte Mal richtig schinden.

Die letzten Bergsprints liefen genial! Mein Konditionstrainer, war sehr zufrieden. Für mich war vor allem schön Abzu sehen: Jawoll, das kriegst du noch hin, altes Haus! Passt! Ich hatte noch nie so gute Werte wie jetzt.

Stavrova hat Sie am 7. Juni besiegt. Ein weiterer Ansporn?

Ich habe mich einen Monat länger vorbereitet als zuvor und viel mehr Sparring gemacht. Während der Dreharbeiten für „The Biggest Loser“ in Spanien habe ich mit Ramin Abtin trainiert, das ist ein Freak – im positiven Sinn. Zehn Wochen, wahnsinning intensiv. Und natürlich denkst du dauernd an diesen Kampf.

Überwiegt die Freude über das Karrierende – oder der Wehmut?

Ich habe die Zeit wirklich genossen – und bin auch froh, dass es vorbei ist. Beides.

Werden Sie in irgendeiner Form weiter Kickboxen?

Vielleicht kriege ich in einem halben Jahr wieder Lust, nebenherg Sparring zu machen. Aber ich kann’s mir derzeit nicht vorstellen: Ich habe das nie hobbymäßig gemacht. Was ich jetzt schon weiß: Sollte ich irgendwann wieder im Ring stehen und Rentner-Sparring machen – es wir nie mehr das Gleiche sein.

Sie sind Wettkämpferin aus Passion. Was nehmen Sie aus dem Kampfsport mit?

Ich werde die Kandidaten in meiner Sendung besonders triezen! (lacht) Nein, ich denke die Fokussierung, die Konzentration, aber auch die Leidensfähigkeit, werden mir weiterhin helfen. Ich kriege bei Moderationen öfter mal zu hören: Dass du immer noch stehst! Und ich denke mir: Ja – wo ist das Problem? Diese Ausdauer scheint nicht so üblich zu sein.

Sie sind seit 2005 mit Ihrem Mann Hans verheiratet. Ist Nachwuchs schon in Planung?

Die Gedanken sind da. Jetzt schauen wir mal, was wir draus machen!

Wie steht Ihre Familie zum Karriereende?

Die machen alle drei Kreuzchen und sind froh, dass ich aufhöre. Mein Mann geht großartig mit der Situation um, ich bin derzeit zu Hause eher zurückgezogen. Aber ich weiß: Er freut sich unglaublich darauf, dass unsere Beziehung endlich flexibler wird: Einfach mal abends auf den Christkindlmarkt gehen. Und nicht am nächsten Morgen um sechs in der Früh trainieren. Wir haben uns eine sportfreie Zeit verdient!

Wirklich ganz ohne?

Na gut – eine Woche erst mal. In der zweiten geht es zum Skifahren, in der dritten werde ich laufen. Und spätestens in der vierten Woche werde ich merken, dass meine Schultermuskulatur weniger wird und wieder im Kraftraum stehen. Aber eben erst um zehn Uhr – und nicht um sechs!

 

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