Christine Neubauer im Interview "Dank 'München 7' habe ich kein Heimweh"

In "München 7" spielt Christine Neubauer die Marktfrau Elfi Pollinger Foto: ARD/Günther Reisp

Christine Neubauer lebt in Berlin und auf Mallorca, also für ein echtes "Münchner Kindl", wie sie selbst sich nennt, ziemlich weit weg von der Heimat. Im Interview erklärt sie, was gegen Heimweh hilft.

 

Seit inzwischen zehn Jahren ist die Münchner Schauspielerin Christine Neubauer (52, "Boxpilates") Teil des "München 7"-Erfolgsteams um Regisseur Franz Xaver Bogner. Das schweißt zusammen und so konnte sie auch in der nicht ganz einfachen Trennungsphase volle Leistung am Set bringen, wie auch Bogner im Interview bestätigte: "Weil sie im besten Sinne des Wortes Profi ist, tritt ihr Privatleben bei der Arbeit in den Hintergrund." Davon überzeugen können sich die Zuschauer derzeit immer mittwochs um 18.50 Uhr im Ersten, denn da läuft die neue Staffel der unterhaltsamen Polizeiserie. Warum die Serie auch gegen ihr eigenes Heimweh gut ist, erklärt die Wahl-Berlinerin und Wahl-Mallorquinerin der Nachrichtenagentur spot on news im Interview.

"Familie Meier", "Irgendwie und Sowieso", "Zur Freiheit", "Café Meineid" etc. Welche Kultserie von Regisseur und Drehbuchautor Franz Xaver Bogner ist Ihr Favorit?

Christine Neubauer: Mein Favorit ist "Irgendwie und Sowieso". Für meine Clique und mich gab es in den Anfangszeiten als Schauspielerin großes Identifikationspotential mit den Figuren der Serie.

"Irgendwie und Sowieso" (1986) wird regelmäßig wiederholt. Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Neubauer: Weil darin ein Lebensgefühl wiedergegeben wird. Es ist dem Talent von Franz Xaver Bogner zu verdanken, speziell den bayerischen Humor zu treffen und die liebenswert-skurrilen Typen Bayerns exakt zu zeichnen.

"München 7" spielt in einem sehr bayerischen München. Wo gibt es das noch?

Neubauer: Das gibt es noch und zwar genau da, wo "München 7" spielt, auf dem Viktualienmarkt. Das ist das Herz Münchens und der Münchner.

Sie leben in Berlin und auf Mallorca. Haben Sie Heimweh nach München?

Neubauer: Meine Eltern und Familie leben immer noch in München und dank "München 7" komme ich immer wieder "nach Hause" und insofern gibt es wirkliches Heimweh nicht. Ich fühle mich sowohl in Berlin als auch in Palma sehr wohl und verbringe dort viel Zeit, um mich zu entspannen.

Welche bayerischen Traditionen pflegen Sie auch in Berlin, auf Mallorca?

Neubauer: Bayerischen Kartoffelsalat und ab und zu einen Schweinsbraten.

Welche bayerischen Traditionen schätzt Ihr Lebensgefährte José Campos besonders?

Neubauer: Meinen bayerischen Kartoffelsalat und meinen Schweinsbraten (lacht). Meine Dirndl und Tracht an sich. Wenn er mich mal auf das Oktoberfest begleiteten würde, würde eine Lederhos'n an ihm sicher auch gut aussehen.

Was waren früher Ihre wichtigsten Termine im Münchner Kalender: Viktualienmarkt-Fasching, Nockherberg oder Wies'n oder ganz etwas anderes?

Neubauer: Eigentlich alle, denn all diese Traditionen begleiten mich als original Münchner Kindl seit meiner Kindheit. Jeder Stadtbummel, ob nun mit meinen Großeltern oder mit meinen Eltern versprach eine Pause am Viktualienmarkt. Später, als Teenager, genoss ich mit Freunden sowohl das traditionelle Faschingstreiben als auch das Oktoberfest. Schade fand ich den Tracht-Abwärts-Trend der 1980- und 1990-er Jahre. Zu dieser Zeit war auch ich wie viele original Münchner passend zum Trend in Jeans auf dem Oktoberfest. Zum Glück hat sich das wieder geändert. Der Nockherberg war und ist ein Meilenstein meiner Schauspielkarriere. Dort habe ich zehn Jahre lang auf der Bühne gestanden und erinnere mich gern an das unglaubliche Gefühl des "Derbleckens".

Wie gefällt es Ihnen, in Mundart/Dialekt zu spielen?

Neubauer: Es ist die große Chance der absoluten Authentizität für mich. Damit bin ich aufgewachsen und jeder Satz kommt aus dem Herzen und aus dem Bauch.

Wie viel oder wenig muss der Regisseur anleiten, wenn Schauspielerinnen wie Sie, Monika Gruber und Luise Kinseher aufeinandertreffen?

Neubauer: Das ist absolute bayerische Frauenpower, sodass der Franz hinter seiner Regie-Combo aufpassen muss, dass er nicht zu laut lacht und die Tonaufnahmen stört.

Wie schlimm ist der Konkurrenzkampf zwischen Frauen generell?

Neubauer: Ich denke, da nehmen sich Männer und Frauen nichts, aber mir persönlich ist es völlig fremd.

Sie haben große Umstrukturierungen im Privatleben hinter sich, über die auch viel berichtet wurde. Sind solche medialen Aufreger dann immer auch Thema am Set oder hatten Sie dort Ihren Frieden?

Neubauer: Speziell bei "München 7" fühle ich mich mit offenen Armen aufgefangen.

"Du immer mit deinem Tatort", heißt es an einer Stelle in der "München 7"-Folge "Täuschungen". Sind Sie auch Fan des Sonntagskrimis?

Neubauer: Bei mir gibt es das Sonntags-Ritual nicht, da mein Lebensrhythmus ein anderer ist. Meist bin ich zu dieser Uhrzeit noch beim Essen.

Würden Sie beim Münchner "Tatort" einsteigen, wenn man Sie fragen würde?

Neubauer: Der "Tatort" ist, seitdem ich denken kann, eine Institution in Deutschland, aber da sich mir die Frage noch nie stellte, habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht.

 

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