Chaos beim TSV 1860 Löwen-Hammer! Aufsichtsrat Peter Cassalette tritt zurück

, aktualisiert am 04.12.2018 - 10:37 Uhr
Vergeblich: Peter Cassalette (li.) hatte auf einen Schulterschluss mit Löwen-Investor Hasan Ismaik hingearbeitet. Foto: sampics/Augenklick

Sein zweiter Abgang: Der ehemalige Präsident des TSV 1860, Peter Cassalette, verlässt überraschend den Aufsichtsrat der Löwen. Sechzig gerät indes in Zahlungsnot.

München - Der 30. Mai 2017 und der 3. Dezember 2018 – es sind Termine, die die Löwen-Fans wohl immer mit dem Namen Peter Cassalette verbinden werden. Schon wieder Peter! Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat Peter Cassalette als Aufsichtsrat des TSV 1860 hingeschmissen.

Cassalette ließ sich wieder auf Ismaik ein

Jener Mann, der inmitten der sogenannten Stunde Null als Präsident der Sechzger zurückgetreten war. Jener Ex-Vereinsboss, der AZ-Informationen zufolge seinerzeit schon vor dem Spiel gegen Jahn Regensburg (0:2) wusste, dass die Löwen wirtschaftlich gar nicht mehr zu retten waren. Und jener Funktionär, der sich dennoch Anfang des Jahres ein zweites Mal auf den launischen Geldgeber Hasan Ismaik eingelassen hatte und sich vom jordanischen Mehrheitseigner als eine Art Statthalter in den Aufsichtsrat hieven ließ.

Dass er ausgerechnet jetzt zurücktritt, lässt Böses erahnen. Am Samstag war eine Aufsichtsratssitzung der KGaA dem Vernehmen nach ergebnislos zu Ende gegangen. In dieser sollte unter anderem der Sportliche Leiter Günther Gorenzel zum Geschäftsführer Sport erhoben werden. Doch der Aufsichtsratsvorsitzende und Bruder von Hasan Ismaik, Yahya Ismaik, war erst gar nicht in der Grünwalder Straße 114 erschienen.

Löwen angeblich mit Finanzproblemen

Mehr noch: Wie die SZ nun berichtet, müssen die Sechzger bis spätestens kommenden Freitag 1,2 bis 1,5 Millionen Euro nachweisen, um die Zahlungsfähigkeit in der aktuellen Saison zu gewährleisten. Das deckt sich mit Recherchen der AZ, wonach Ismaik bisher zwei Millionen Euro nicht von Abu Dhabi nach Giesing überwiesen hat – Geld, das Sechzig aber längst eingeplant hat. (Lesen Sie auch: Daniel Bierofka greift an - "Ich habe eine Vision mit 1860")

Und jetzt der Cassalette-Hammer! Der einstige Oberlöwe war am Montagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. "Was soll ich dazu sagen? Da müssen Sie Herrn Cassalette fragen", erklärte der zweite Statthalter Ismaiks, Athanasios "Saki" Stimoniaris, der AZ: "Ich gehe davon aus, dass er an sein Handy geht. Sie haben ja seine Nummer."

"Herr Scharold ist über alles informiert"

Ans Handy ging Cassalette jedoch nicht, später am Abend ging nur noch der Anrufbeantworter ran. Dabei gibt es rund um die Löwen viele Fragen zu klären – wieder mal. Zuallererst, warum der frühere Klubchef erneut die Reißleine und sich selbst zurückzieht. Just wegen der Aufsichtsratssitzung am Samstag?

"Herr Scharold ist über alles informiert und involviert. Rufen Sie ihn an", sagte Stimoniaris. Michael Scharold, der Geschäftsführer der KGaA, ist aber seit Wochen nicht für eine Stellungnahme zur aktuellen Lage zu erreichen, weder schriftlich noch telefonisch.

Das Chaos ist zurück an der Grünwalder Straße. Und wieder ist dieses eng mit dem Namen Cassalette verbunden.

Lesen Sie hier: Daniel Bierofka greift an - "Habe eine Vision mit 1860"

 

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