Champions-League-Halbfinale Real Madrid: Ronaldo - ein Supersupersuperstar

Aber wird Reals Ronaldo rechtzeitig fit? Madrid hat mehr zu bieten: Eine überragende Offensive, einen erfahrenen Coach. Die AZ erklärt den Klub.

 

Madrid - Seit zwölf Jahren treten die Trainer von Real Madrid ihren Job an mit einem ganz klaren Auftrag: die Nummer zehn muss her. Kein Spielmacher, nein, der zehnte Triumph in der Champions League. Bei Real dreht sich alles um La Décima. Seit zwölf Jahren warten die Königlichen nun schon auf den erneuten Gewinn des Henkelpotts, zuletzt kam das Aus dreimal im Halbfinale.

2011 gegen Erzfeind FC Barcelona, zuletzt zwei Mal gegen Bundesliga-Klubs, vergangene Saison gegen Borussia Dortmund. Unvergessen das Aus gegen die Bayern im April 2012: Damals kam die Heynckes-Truppe nach dem 2:1 im Hinspiel in München durch ein 4:3 im Elfmeterschießen in Madrid ins Finale.

Es war bereits das fünfte Halbfinal-Duell in der Champions League – vier Mal gewann Bayern. Doch was ist bei Real passiert seit dem letzten Aufeinandertreffen mit Bayern vor zwei Jahren? Eine Übersicht der aktuellen Real-Truppe, die AZ stellt den Bayern-Gegner vor:

Der Trainer: Auf den Portugiesen José Mourinho (2010-13) folgte letzten Sommer der Italiener Carlo Ancelotti. Mit dem AC Mailand gewann der 54-Jährige 2003 und 2007 die Champions League, erreichte bereits zum sechsten Mal ein Halbfinale (Pep Guardiola: fünf). Noch prominenter als der kauzige Carlo aus der Region Emilia-Romagna ist sein Co-Trainer: Der frühere Welt- und Europameister Zinedine Zidane (41) soll 2016 Ancelotti beerben.

Die Heimmacht: Über 80 000 Fans passen in die imposante Schüssel mit vier Rängen im Stadtbezirk Chamartín, benannt nach dem legendären Ex-Präsidenten: Estadio Santiago Bernabéu. Zuhause am Paseo de la Castellana verlor Real diese Saison erst zwei Spiele: gegen Atlético (0:1) und Barcelona (3:4). In der Champions League bekamen Dortmund (0:3) und Schalke (1:3) das zu spüren. In zehn Versuchen gewann Bayern nur zwei Mal im Bernabéu (Zwischenrunde 2000: 4:2, Halbfinale 2001: 1:0).

Die Superstars: 91-Millionen-Euro-Mann Gareth Bale kam vor der Saison aus Tottenham. Der Waliser unterschrieb einen Vertrag bis 2019, ist aber noch nicht ganz im spanischen Fußball angekommen. Dazu wurde Daniel Carvajal aus Leverkusen zurückgeholt. Die weiteren Topstars: Torhüter Iker Casillas, die Innenverteidiger Sergio Ramos und Pepe, dazu Xabi Alonso sowie Luka Modric und im Angriff Karim Benzema. Neuerdings setzt Real auf Talente wie Casemiro, Illarramendi, Isco und Jesé, der jedoch einen Kreuzbandriss erlitt. Beim 0:2 in Dortmund jedoch brach die Mannschaft auseinander, eine klare Hierarchie fehlt.

Die Sorgenkinder: Sami Khedira kämpft sich nach seinem Kreuzbandriss langsam wieder ins Training zurück, die Spiele gegen Bayern kommen aber zu früh. Weltfußballer Cristiano Ronaldo ist der überragende Star dieser Spielzeit, doch aktuell macht das Knie des Portugiesen Sorgen. „Bei ihm müssen wir die Entwicklung abwarten. Die Ärzte tun alles, dass er spielen kann“, sagte Real-Vorstandsmitglied

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Emilio Butragueño. Wichtig ist Ronaldos Einsatz vor allem im prestigeträchtigen Pokalfinale gegen Barcelona am 16. April. Mit Barça (78 Punkte) kämpft Real (76) aktuell um die Meisterschaft, vorne liegt Stadtrivale Atlético (79). Ein Vorteil für Bayern, die bereits Meister sind? Zwischen den Real-Duellen kann sich Bayern in der Liga gegen Bremen (26. April) schonen, eine B-Elf spielen lassen.

Die Spielweise: „Positiv für uns, dass sie auch mitspielen“, hofft Bayerns Torhüter Manuel Neuer, „gerade wenn sie zuhause spielen, ist es sicher nicht dasselbe wie bei Manchester, das mit zwei Viererketten mauert. Ich denke, dass sie nach vorne spielen werden und dass sich dadurch Räume für uns ergeben.“

Thomas Müller twitterte: „Ein tolles Los! Ich freue mich auf zwei packende Duelle mit vielen Weltklassespielern!“ Bayern-Trainer Pep Guardiola schwärmte: „Die Qualitäten sind wow! Sie sind stark. Jeder Spieler für sich selbst kann diese zwei Spiele gewinnen. Madrid hat vielleicht in Europa die beste Qualität.“ Pause. Dann sagte er: „Aber Bayern auch.“

 

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