Champions League gegen Sevilla Jupp Heynckes und der FC Bayern: In Triple-Schritten nach Kiew

Jupp Heynckes: Wiederholt er mit dem FC Bayern den Triumph in der Champions League von 2013? Foto: imago/MIS

Vor dem Champions-League-Rückspiel gegen den FC Sevilla warnt Trainer Jupp Heynckes vom FC Bayern – und sagt: "Meine Spieler sind hungrig, möchten das Halbfinale erreichen." Das Finale? Gibt’s nur im Konjunktiv.

München - Erwischt! Jupp Heynckes denkt tatsächlich bereits über die möglichen Finalspiele der beiden Pokal-Wettbewerbe nach. Was der Bayern-Trainer natürlich niemals zugeben würde, rutschte ihm - im Konjunktiv freilich - raus, als er über die Comeback-Aussichten des verletzten Flügelstürmers Kingsley Coman sprach, der nach seinem Syndesmoseriss vom März aktuell in der Reha um den Wiedereinstieg ins Teamtraining kämpft (die Krankenakte der Bayern-Stars).

"Wenn wir über den 12. Mai hinaus (den letzten Bundesliga-Spieltag mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart, d.Red.) noch irgendwelche Spiele haben sollten, habe ich Hoffnung, dass er dann dabei sein kann", sagte Heynckes am Dienstagnachmittag (die Pressekonferenz zum Nachlesen) vor dem Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Sevilla (20.45 Uhr, ZDF und Sky, Liveticker auf az-muenchen.de).

Am Freitag: Auslosung des Halbfinales in der Champions League

Nur mal so für den Hinterkopf: Am 19. Mai steigt das DFB-Pokalfinale in Berlin, in das Bayern nur der eine mittelgroße Schritt kommenden Dienstag bei Bayer Leverkusen fehlt. In der Königsklasse jedoch benötigt man mehrere Schritte auf dem Weg zum Traumziel Finale in Kiew am 26. Mai. Einen kleineren, das Rückspiel am Mittwoch gegen Sevilla nach dem 2:1 vor acht Tagen in Andalusien, und zwei ziemlich große im wahrscheinlichen Halbfinale, das am Freitag ausgelost wird. Oder gibt es am Mittwoch ein böses Erwachen - aus Hochmut?

Nicht mit Jupp! "Jetzt sind die wichtigsten Monate: März, April, Mai. Da muss man eine Top-Verfassung und noch Reserven haben", betonte er und meinte dank dem vor vier Tagen durch das 4:1 in Augsburg gebongten Liga-Titel (der Ticker zum Nachlesen): "Ich kann ohne viel Qualitätsverlust rotieren lassen." In den kommenden Wochen folgt auf ein wichtiges Spiel (Pokal, Champions League) ein eher unwichtiges Spiel in der bereits entschiedenen Meisterschaft.

Heynckes: Kein Nachlassen in der Meisterschaft

Worauf Heynckes gereizt reagierte: "Wir werden in der Meisterschaft nicht nachlassen, das kommt überhaupt nicht infrage. Das weiß die Mannschaft, das war immer mein Credo. Daher bin ich sehr zuversichtlich für den restlichen Saisonverlauf." Ein folgenschwerer Spannungsabfall durch die Vernachlässigung der Bundesliga wie jeweils von 2014 bis 2016 unter Pep Guardiola? Nicht mit Jupp!


Bei Bayern kennen sie ihren scheidenden Trainer, der wie kein anderer seinen Prinzipien treu bleibt. "Wir haben ohne Frage das Tor zum Halbfinale aufgestoßen", hatte Karl-Heinz Rummenigge nach dem 2:1 in Sevilla gesagt und hinzugefügt: "Aber jeder, der Jupp Heynckes kennt, weiß, dass er ein sehr seriöser, konservativer Trainer und Mensch ist. Er hat gesagt: Wir müssen noch seriös durchgehen durch das Tor. Ich bin überzeugt, dass wir das machen." Der Vorstandschef weiter: "Wir tun ganz gut daran, step by step zu gehen." Wie 2013.

FC Sevilla mit Banega beim FC Bayern

Also redete Heynckes die Sevillanos auch vor dem Rückspiel stark. "Sevilla muss was riskieren und auf Attacke spielen", prophezeite der 72-Jährige. Mit der Rückkehr ihres "Herzstücks Éver Banega" - der Regisseur fehlte im Hinspiel gelbgesperrt (diesen Bayern droht eine Sperre) - seien die Andalusier ein gefährlicher Gegner. "Wir wissen, was wir machen müssen, haben unseren eigenen Plan, unseren eigenen Spielstil", erklärte er, "wir sind gut vorbereitet, bei uns herrschte im Training eine Bombenstimmung. Meine Spieler sind hungrig, möchten das Halbfinale erreichen." Als - pssst, gaaanz leise - Zwischenschritt zum ganz großen Ding. "Wir wollen noch was mitnehmen dieses Jahr", meinte Rummenigge.

"Sevilla muss was riskieren und auf Attacke spielen“, sagt Heynckes über Sevilla und Vazquez (l.), hier im Hinspiel gegen Bayerns Martínez. Foto: dpa

Übrigens: Nur zweimal in der Geschichte der Champions League schied eine Mannschaft in der K.o.-Runde nach einem Auswärts-Hinspielsieg noch aus. Panathinaikos Athen (1996) und der FC Bayern. Am 15. März 2011 verlor man im Achtelfinale nach einem 1:0 bei Inter Mailand in der Allianz Arena mit 2:3 (die Statistik).

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