Champions League Final-Verbot für den "Trachtenvogl"!

Im "Trachtenvogl" in der Reichenbachstraße gibt es Kaffee, Kuchen, Bier und Musik - und das Champions-League-Finale. Foto: Facebook

Die Kult-Kneipe im Gärtnerplatzviertel darf die Begegnung Bayern gegen Dortmund am Samstag nicht zeigen. So reagiert der Wirt.

 

Isarvorstadt - Die Reaktionen reichen von Enttäuschüng bis Entsetzen: "Weder Weltstadt noch Herz!", schreibt ein User. "Typisch München", ein anderer, oder: "Typisch Gentrifizierer: erst unbedingt in eine hippe Ecke mit vielen Kneipen und Bars ziehen müssen, und die dann zuklagen." Ein weiterer meint nur: "Dislike!"

Die Kommentare beziehen sich auf einen Post auf der Facebook-Seite des "Trachtenvogl". Die Kneipe in der Reichenbachstraße ist Kult im Gärtnerplatzviertel.

Doch am Samstag wird hier nichts los sein. Geschäftsführer Christian Ohlmann schreibt auf Facebook: "Wir würden Euch gerne das Finale zeigen, live und auf Großleinwand." Die Stadt aber erlaube ihnen nicht, nach 22 Uhr noch offen zu haben.

Um 22 Uhr wäre die zweite Halbzeit des Finales erst 15 Minuten alt - deshalb zieht Ohlmann die Reißleine.

Leicht verbittert schreibt er auf Facebook: "Wenn also die ganze Stadt gröhlt und unsere Mannschaft feiert, wird es im Trachtenvogl bedächtig leise sein, so dass auch alle Nachbarn schön schlafen und dann am Sonntag früh aufstehen und ihrer wichtigen Sonntagsarbeit nachgehen können. Und weils sich nicht lohnt, an diesem Abend offen zu haben ohne das Spiel zu zeigen, schließen wir schon um 19 Uhr."

Final-Verbot fürs "Trachtenvogl"! Der Hintergrund: Seit einem Jahr muss die Kneipe um 22 schließen. Lärmmessungen bei den Anwohnern hatten ergeben, dass es zu laut ist, sagt Ohlmann auf AZ-Anfrage. Davor ging's hier bis 1 Uhr morgens rund.

Eine Ausnahme konnte Ohlmann nicht durchboxen. Er habe beim Kreisverwaltungsreferat angefragt und erfahren: "Es geht nicht. Niemals nicht. Punkt." Das KVR war für ein Statement nicht zu erreichen.

Dass er am Samstag so früh schließt, macht Ohlmann nichts aus. "An diesem Abend wird das Lokal komplett leer sein".

Nun muss er sich jetzt selbst irgendwo einen Platz zum Schauen sichern - genau wie viele Stammkunden. Eine Kollegin aus einer anderen Kneipe hat schon einen Vorschlag:  "Kommt alle zu uns", schreibt sie auf Facebook. "Wir dürfen es übertragen. Unsere Nachbarn hassen uns eh schon."

Update, Freitag, 16.50 Uhr: Mittlerweile hat das KVR die Übertragung im "Trachtenvogl" genehmigt - alle Details finden Sie hier.

 

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