Champions League Bayern - Chelsea: München wird zum Finale rot!

München – eine Stadt zeigt vor dem Champions-League-Finale Flagge für den FC Bayern: So wünschen sich dies die Klubchefs. Foto: Schemberg/Fotolia/Gregor Feindt

Mit über 500 Plakaten stimmt der FC Bayern die Bürger auf das große Finale gegen den FC Chelsea ein – und ab Montag startet der Klub auch noch die große Aktion „München in Rot-Weiß”

 

MÜNCHEN Der kürzeste Witz unter Fußballfans dieser Tage in und um München? Nur vier Worte: „Hat jemand noch Karten?” Auch gut, der Gag in einer Kneipe mit Fernseher oder Leinwand anzurufen und zu fragen: „Hätten Sie für den 19. Mai, für das Finale gegen Chelsea noch einen Tisch für acht Personen?” Selten so gelacht.

Und: Selten so gefiebert. Eine Stadt zählt die Tage, die Stunden. Doch wohin mit der (Vor-) Freude? Die Fröttmaninger Arena – längst ausverkauft. Der Schwarzmarkt? Ein Irrsinn. Das Olympiastadion als Ort des größten Public-Viewing-Happenings? 65000 Fans haben sich längst Karten gesichert, alles dicht. Man hätte 200 000 Karten verkaufen können. Die Theresienwiese? Die 25 000 Karten, die seit Dienstag auf dem Markt sind, werden sicher bis spätestens Ende der Woche auch weg sein. Nichts geht mehr. Oder: Mehr geht nicht.

Doch, die Bayern-Verantwortlichen haben eine Idee: „Eine Stadt, ein Traum” heißt die Finalkampagne. Seit Mittwoch hängen etwa 500 Plakate mit dem jubelnden Bastian Schweinsteiger nach dem Elfmeterschießen von Madrid in der Stadt – auf Initiative des FC Bayern, seiner Sponsoren und Premiumpartner. „Die Plakate und die Aktion ‚München in Rot-Weiß' waren ein dringlicher Wunsch der Mannschaft und des Vorstandes. Die Idee ist direkt nach dem Finaleinzug entstanden”, sagte Bayern-Sprecher Markus Hörwick der AZ. Eine Stadt schmückt sich: München ist Rot!
Die knapp 20000 aus England erwarteten Chelsea-Fans werden sich wundern. Sie sehen Rot. „Wir starten die Aktion ‚München in Rot-Weiß' am Montag und wollen, dass sich die ganze Stadt in den Farben des FC Bayern zeigt”, meinte Hörwick, „die Leute sollen ihre Fahnen raushängen, die Schaufenster sollen alle in Rot-Weiß geschmückt werden. Außerdem fordern wir die Menschen dazu auf, in rot-weißen Pullovern und T-Shirts durch die Stadt laufen.” Einzig Giesing dürfte eine blaue Enklave bilden.

Nächstes Wochenende pilgern rund 25000 Bayern-Fans nach Berlin, zum ersten Finale, dem Pokal-Endspiel gegen Borussia Dortmund. Nach den ausgefallenen Choreographien in den Halbfinal-Duellen mit Real Madrid wegen fehlender Brandschutz-Zertifikate heißt es im aktuellen „Club Nr.12”-Newsletter: „Und schon wieder waren wir beim Brandschutz zu naiv.” Denn: Die Vorschriften, die bei Heimspielen der Hertha gelten, sind für das Pokalfinale abgewandelt. Also: Wieder nichts. Daher der Appell: „Wir rufen alle Bayernfans, die nach Berlin kommen, dazu auf, unsere Kurve in ein großes Fahnenmeer zu verwandeln.” Gegen fünf Euro Pfand verleihen Fans in Berlin Fahnen. Hilfe zur Selbsthilfe.

Für das „Finale dahoam” gegen Chelsea ist das Brandschutzzertifikat eingetroffen, nun gibt es ein anderes Problem: Viele der Stamm-Helfer haben keine Tickets bekommen, die Uefa verbannt Dauerkarteninhaber aus den Blöcken 112/113 (direkt hinterm Tor) in den Oberrang. Sicherheitsbedenken heißt es.

Wahrscheinlich werden bald noch Tickets für die Partymeile, die Leopoldstraße verkauft. Nein, ein Scherz. Aber ein ernst gemeinter Tipp: Wer bei der Feier auf dem Marienplatz gute Sicht auf die Helden vom Rathausbalkon haben möchte, sollte am Sonntag, den 20. Mai früh aufstehen. Auch wenn’s schwer fällt. 

 

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