Champions League am Dienstag FC Bayern beim FC Arsenal: Vorsprung durch Technik

Zuletzt traf der FC Bayern (links: Thiago) 2014 im Achtelfinale der Champions League auf Arsenal (rechts: Olivier Giroud) – und kam weiter. Foto: firo/Augenklick

Englische Klubs? Yes, please! Gegen Arsenal und die Premier League sieht der FC Bayern meistens gut aus. Das sind die Gründe.

 

London - Es ist fast so, als wäre London die 18. Auswärtspartie der Bundesliga. The same procedure as every year – ja, fast jedes Jahr der gleiche Ablauf, nur gegen andere Gegner. Immer wieder London calling. Das hieß zuletzt: FC Arsenal. 2014 siegten die Bayern im Achtelfinal-Hinspiel 2:0, ein Jahr zuvor mit 3:1. Und das auf dem Weg zum Champions-League-Titel im Mai 2013, mit dem Triumph im Londoner Wembleystadion. „Ich erinnere mich an viele erfolgreiche Spiele gegen Arsenal in den letzten Jahren“, sagte Kapitän Philipp Lahm, „ich glaube, insgesamt verbinden wir alle viel Positives mit London. Darauf können wir uns am Dienstag aber nicht ausruhen.“ Wenn es Arsenal wieder einmal ab 20.45 Uhr (live auf Sky und am AZ-Ticker) versucht, die Bayern zu ärgern.

Minimum vier Punkte aus den beiden Duellen mit den Gunners und die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola dürfte die K.O.-Runde der Champions League erreicht haben. „Wir wollen aus den zwei Spielen in London und beim Rückspiel in München Punkte mitnehmen, um dann das zu holen, was wir wollen: den Tabellenplatz eins“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug der Delegation am Montagvormittag. „Wir haben zwei wunderbare Spiele zum Start hingelegt mit sechs Punkten und 8:0 Toren. Das gilt es jetzt ganz einfach in England unter Beweis zu stellen.“ Nichts einfacher als das. Schließlich spielt Bayern auf der Insel.

Vor allem in den 80er Jahren waren Reisen nach England für den FC Bayern so schön wie Kopfschmerzen während eines Zahnarztbesuches. In vier K.O.-Runden gegen Liverpool, Tottenham (2x) und Everton kam man nur einmal weiter, verlor das Landesmeisterpokal-Finale 1982 gegen Aston Villa. Seit dem dramatisch verlorenen Champions-League-Endspiel 1999 gegen Manchester United hat sich die Lage gedreht.

Englische Klubs? Yes, please! Gegen Arsenal kam man drei Mal weiter (neben 2013 und 2014 auch im Achtelfinale 2005), ebenso gegen ManUnited drei Mal in K.o.-Duellen (2001, 2010, 2014). Einzig gegen den FC Chelsea gibt es eine Allergie. Aus im Viertelfinale 2005 und da war ja noch ein gewisses „Finale dahoam“ 2012 in der Allianz Arena. Ein im Grunde gewonnenes Spiel, für das am Ende Chelsea den Pott bekam. Doch der Turnaround ist längst da. Was sind die Gründe?

Vorsprung durch Technik! „Die englische Liga hat einen großen Namen, aber der Fußball dort stagniert seit einiger Zeit“, sagte Bayerns Triple-Trainer Jupp Heynckes kürzlich im „kicker“. „Das Niveau auf der Insel ist gesunken.“ Was auch Wolff Fuss, bei „Sky“ der Kommentator der Partie Arsenal gegen Bayern, so sieht: „Diese Saison haben die englischen Klubs in Europa noch nicht überzeugt. Der FC Bayern ist zwar das einzige Flaggschiff der Bundesliga von ultimativer Spitzenqualität, aber näher am Champions-League-Titel als die vier englischen Vertreter.“

Trotz der aberwitzigen Summen, die auf der Insel im Umlauf sind. 1223 Millionen Euro gaben die Premier-League-Vereine im Sommer aus – zum Vergleich: die Bundesliga-Klubs 410 Millionen Euro. Trotzdem sagt Arsenal-Coach Arsène Wenger: „Bayern ist das beste Team der Welt.“ Für ganz chancenlos hält der Franzose seine Mannschaft nicht: „Es gibt kein Team ohne Schwachstellen.“

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Arsenal Bayern schlägt“, meinte der ehemalige Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld bei „eurosport.de“ und erklärte, warum: „Bayern ist zu dominant, zu ballsicher, spielt gutes Pressing, ohne hohes Risiko zu gehen.“ Übrigens: Die berühmte Audi-Werbekampagne „Vorsprung durch Technik“ wurde vor 30 Jahren von einem Engländer entwickelt. Oh, dear!


Die voraussichtlichen Mannschaftaufstellungen

FC Arsenal: Cech - Bellerin, Mertesacker, Koscielny, Monreal - Cazorla, Arteta - Ramsey, Özil, Sanchez - Walcott

FC Bayern: Neuer - Rafinha, Boateng, Alaba, Lahm - Alonso, Vidal, Thiago - Costa, Lewandowski, Müller

 

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