Champions-League-Achtelfinale Das macht Bayern-Gegner Juve so brandgefährlich

Harte Duelle sind bei der Rückkehr von Juve-Stürmer Mario Mandzukic nach München zu erwarten. Foto: firo Sportphoto/Augenklick

Mit Juventus Turin hat der FC Bayern den amtierenden italienischen Meister für das CL-Achtelfinale zugelost bekommen. Wie ist die alte Dame aufgestellt? Welche Stärken, welche Schwächen haben die Turiner? Die AZ stellt den kommenden CL-Gegner des FCB vor.

 

München - Das Achtelfinale soll für den FC Bayern nur eine Zwischenstation sein. Schließlich will der FCB im kommenden Jahr ins Finale nach Mailand. Doch den gleichen Wunsch hat der zugeloste Achtelfinal-Gegner Juventus Turin. Die Italiener standen in diesem Jahr im Finale der Champions League gegen den FC Barcelona.

Dort mussten sich die Turiner mit 1:3 gegen die katalanische Weltauswahl geschlagen geben. Mit sechs Toren in sechs Spielen und gerade Mal drei Gegentoren wurde Juve in dieser CL-Saison minimalistisch Gruppenzweiter. Doch für den FC Bayern im Achtelfinale stellen die Turiner eine echte Prüfung dar.

Die AZ gibt einen Überblick über den Gegner des deutschen Rekordmeisters.

Der Trainer: Voller Erfolg in der Premieren-Saison

Im vergangenen Jahr wurde Juventus Turin unter Massimiliano Allegri in seinem ersten Jahr als dortiger Trainer italienischer Meister. Seit 2014 ist der 48-Jährige im Amt, war zuvor auch Trainer des AC Mailand. In der aktuellen Saison liegt Turin auf Platz vier, sechs Punkte hinter Spitzenreiter Inter Mailand. Die alte Dame möchte die Serie A erneut gewinnen.

Die Vereinsverantwortlichen hat aber das Vorstoßen ins Champions League-Finale unter Allegri beeindruckt. Der Vertrag mit ihm läuft noch bis 2017.

Im Tor: Weltmeister und Vereinslegende

Man mag feststellen, dass die Leistung von Gianluigi Buffon vor zwei, drei Jahren im Tor von Juventus Turin noch etwas besser war. Weit entfernt von seinem Höhepunkt ist der 37-Jährige aber auch nicht. Wenn es darauf ankommt, ist Buffon da. In 557 Spielen lief er für die alte Dame auf, davon 88 in der Champions League. Seine Schwäche: Fernschüsse. Die Bayern sollten ihn mit vielen Schüssen prüfen und dann für Abpraller bereit stehen.

Abwehr: Erfahrung macht den Unterschied

31,75 Jahre alt sind die Abwehrspieler der Juve-Verteidigung im Durchschnitt. Der erfahrene Innenverteidiger und Ex-Wolfsburger Andrea Barzagli (34) hebt den Schnitt ebenso wie Linksveteidiger Patrice Evra (34). Dazu spielen Leonardo Bonucci sowie Giorgio Chiellini. Der 31-jährige Chiellini war in den vergangenen Jahren immer wieder von europäischen Top-Vereinen umworben worden, entschied sich aber für einen Verbleib in Turin. Dort spielt er seit zehn Jahren.

Mittelfeld: Ein neuer Weltstar und ein Weltmeister

Mit Paul Pogba hat Juve im defensiven Mittelfeld ein international umworbenes Talent. Den 22-jährigen Franzosen haben Vereine wie der FC Barcelona, FC Chelsea und vielleicht auch der FC Bayern auf dem Zettel. Im Sommer soll der FC Barcelona 80, Manchester City gar 100 Millionen Euro geboten haben. Der große Defensivspieler ist im Mittelfeld unglaublich präsent und weiß sich auch nach vorne einzuschalten. Körperlich präsent ist auch der deutsche Weltmeister Sami Khedira. Im vergangenen Sommer wechselte er aus Madrid nach Turin, fiel bislang aber immer wieder verletzt aus. Zusammen mit Pogba ein sehr starkes Mittelfeld-Gespann.

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Der Italiener Claudio Marchisio steht dem kaum nach - der 29-Jährige fehlte Juve zu Beginn der Saison wegen einer Adduktorenverletzung, ist aber nun wieder gesetzt. Auch er hielt dem Verein trotz Angeboten seit sieben Jahren die Treue.

Mit Juan Cuadrado haben die Turiner darüber hinaus einen unglaublich schnellen Flügelspieler. Der 27-Jährige wurde beim FC Chelsea nicht glücklich und ist deshalb an Juventus ausgeliehen.

Sturm: Dreifache Top-Besetzung

Im Sturm hat Juventus Turin internationales Top-Niveau zu bieten. Zum einen spielt Ex-Bayern-Profi Mario Mandzukic dort und traf bislang vier Mal in 13 Spielen. Seine Aggressivität und sein Einsatz könnt für die FCB-Verteidiger ungemütlich werden. Eher technisch beschlagen ist dagegen Alvaro Morata.

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Der von Real Madrid gekommene Stürmer traf bislang zwar erst ein Mal in 14 Ligaspielen, machte seine Bedeutung aber unter anderem mit seinem Treffer im Champions League-Finale 2015 gegen Barcelona deutlich. Außerdem wechselte im vergangenen Sommer Paulo Dybala für 32 Millionen Euro zu Turin. Der 22-Jährige ist mit acht Toren in 15 Ligaspielen bislang der treffsicherste unter den drei Topstürmern.

Setzen sich die Bayern durch? Da sagen die Zahlen

In acht Champions League-Duellen zwischen dem FC Bayern und Juventus Turin gewann der FCB vier Mal. Drei Mal setzten sich die Italiener durch, ein Mal gab es ein Unentschieden.

Vor allem die jüngere Vergangenheit spricht für den deutschen Rekordmeister. In den vergangenen vier Duellen verlor der FCB keines, die letzten drei wurden gewonnen.

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Zuletzt trafen Juve und die Bayern im CL-Viertelfinale 2013 aufeinander. Zunächst mit einem 2:0-Heimsieg, dann mit einem 2:0-Sieg in Turin, setzte sich der FCB durch und gewann letztlich die Champions League.

Wettanbieter: FC Bayern haushoher Favorit

Zahlen anderer Natur liefern die Wettanbieter. Für Anbieter "tipico" etwa liegen Welten zwischen dem FC Bayern und Juventus Turin. Die Quote auf den Titel der Champions League liegen beim FC Bayern bei 3,6, bei Juventus Turin bei 30. Heißt: Setzt man einen Euro auf den FCB, erhält man gerade Mal 3,50 Euro heraus. Ein Tipp auf die Italiener würde bei einem Euro schon 30 Euro einbringen.

Wer sich im direkten Vergleich des Achtelfinals durchsetzt, ist laut Quote von "betandwin" ebenfalls klar: Die Quote auf ein Weiterkommen des FCB liegt bei 1,26 - für Juventus Turin bei 3,60.

 

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