CAS-Entscheidung erwartet Russland veranstaltet Olympia-Ersatzspiele im März

Der Australier John Coates ist der Präsident des Internationalen Sportgerichtshof (CAS) und IOC-Mitglied. Foto: Patrick Semansky/AP/dpa

Immer noch ist offen, wie viele russische Athleten an den Olympischen Winterspielen teilnehmen dürfen. Russland plant derweil Ersatzspiele.

Pyeongchang - Erst am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele wird der Internationale Sportgerichtshof CAS seine Entscheidungen über Klagen von 45 russischen Athleten und zwei Betreuern bekanntgeben, die ein Startrecht verlangen.

Der CAS will die Ergebnisse der Verfahren an diesem Freitag um 11 Uhr Ortszeit (3 Uhr MEZ) in Pyeongchang mitteilen und auch eine Begründung veröffentlichen. Um 20 Uhr (12 Uhr MEZ) beginnt die Zeremonie zur Eröffnung der XXIII. Olympischen Winterspiele.

Insgesamt 60 russische Athleten und Betreuer wollten ihr Startrecht vor der Ad-hoc-Kommission des Internationalen Sportgerichtshof CAS einklagen. 13 Anträge, die an diesem Donnerstag eingegangen sind, hat das Sportgericht zurückgewiesen.

Zu den bislang letzten Klägern gehörten der sechsmalige Eisschnelllauf-Weltmeister Pawel Kulischnikow und sein Teamkollege Denis Juskow, die beide schon wegen Dopingvergehen gesperrt waren, die Biathleten Irina Starych und Alexander Loginow sowie Skispringer Dimitri Wassiljew.

Peskow: "CAS-Beschluss muss umgesetzt werden"

Mehrere russische Athleten waren am Donnerstagmittag persönlich bei ihrer Anhörung vor der Ad-hoc-Kommission erschienen. Das Internationale Olympische Komitee hatte den Klägern nach einem aufwendigen Prüfverfahren eine Einladung zu den Spielen in Südkorea verweigert.

Hintergrund der Ausschlüsse ist der Skandal um manipulierte Dopingproben bei den Winterspielen vor vier Jahren im russischen Sotschi. Vor der CAS-Entscheidung hat Russland aufgerufen, das Urteil der Richter zu akzeptieren.

"Der CAS-Beschluss muss respektiert und umgesetzt werden", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. "Wir erwarten die Entscheidung des Gerichts", ergänzte er. IOC-Präsident Thomas Bach hatte sich am Mittwoch mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern wollen. Er sagte nur: "Hoffentlich haben wir bald eine Entscheidung."

Alternativwettkämpfe in Moskau

Sollten die russischen Athleten erfolgreich sein, könnten sie das 168-köpfige Team der "Olympischen Athleten aus Russland" (OAR) ergänzen, die ohne Hymne, Flagge und Nationaltrikots antreten.

Bei der Eröffnungsfeier wird ihnen ein freiwilliger Helfer vorangehen, der die Flagge des IOC trägt: die fünf olympischen Ringe auf weißem Grund. Stanislaw Podniakow, Chef de Mission des OAR-Teams, sagte, es sei nicht wichtig, unter welchem Teamnamen seine Athleten antreten: "Die Leute wissen doch alle, dass wir Russen sind."

Derweil kündigte der russische Vizeregierungschef Witali Mutko für März Alternativwettkämpfe für die Sportler an, die nicht an den Olympischen Winterspielen teilnehmen durften. Man kläre mit den Verbänden die Termine und Orte, sagte Mutko am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge.

Auch ausländische Sportler würden eingeladen. Die Prämien sollten dabei nicht niedriger ausfallen als bei den Winterspielen in Pyeongchang. Eisschnellläufer Kulischnikow erklärte, er werde an den alternativen Wettkämpfen teilnehmen. "Aber Olympia-Stimmung wird es dort natürlich nicht geben", sagte der fünfmalige Weltmeister.

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