Die Comedienne dreimal im Circus Krone Carolin Kebekus: "Jens Spahn? Ein blinder Veganer!"

Kundgebung zum Dank an die Frauen: Carolin Kebekus. Foto: Oliver Berg/dpa

Die Comedienne Carolin Kebekus füllt im Kampfmodus mühelos dreimal den Circus Krone
 

 

Sie ist Fernsehstar mit der eigenen Show „Pussy-Terror-TV“ bei der ARD, regelmäßiger Präsenz in der „Heute-Show“ des ZDF, sechsfache Trägerin des Deutschen Comedy-Preises und Eintrittskarten für ihre Bühnenauftritte sind auch bei größeren Hallen nur schwer zu ergattern.
Jetzt trat sie drei Mal im restlos ausverkauften Circus Krone auf und ihr Ego ist groß genug, um endlich einen eigenen Staat auszurufen: Die „Pussy Nation“. Artikel 1 der Verfassung lautet „Die Pussy ist unantastbar, es sei denn, ihre Besitzerin stimmt ausdrücklich zu“.

Die Pussy-Nation als Diktatur

Selbstverständlich ist die Pussy Nation eine Diktatur, denn das Publikum muss geloben, sich über alles, was Carolin Kebekus sagt, kaputt zu lachen. Für seine „Obrigkeitshörigkeit“ wird das willige Auditorium dann aber sofort abgewatscht. Doch auch ohne Treuebekenntnis zur Führerin hätte ihre Gefolgschaft ihr fast drei Stunden lang tobend gehuldigt.
Manchen gehört die 39-jährige Kölnerin mit ihrer Neigung zur Zote als weibliche Version des Berliner Witzeerzählers Mario Barth. Aber wenn sie über Menstruation und Masturbation, Intimenthaarung und Bodyshaming plaudert, als sitze man beim Kölsch in der Kneipe, zielt sie tiefer als einfach unter die Gürtellinie.
Die Kebekus macht ein radikal politisches Kabarett im Geiste eines unerschrocken aufgeklärten Feminismus. Derbe Späße treibt sie mit ihrem hochkomischen Schauspieltalent über „die Bitches“, die zickig und stutenbissig die weibliche Solidarität unterlaufen.

Jens Spahn als blinder Veganer

Grimmig wird sie, wenn es um Gesundheitsminister Jens Spahn sowie seine Einstellung zur Abtreibung und zur Pille danach geht: „Ein schwuler Mann will mir vorschreiben, was ich mit meinem Körper mache. Das ist, als würde mir ein blinder Veganer sagen, wie mein Mettbrötchen auszusehen hat.“ Beim Paragraphen 219 a, der Werbung für Abtreibung untersagt, ist die Comedienne im Kampfmodus angekommen. Wie denn eine Werbung für Abtreibung aussehen solle, fragt sie fassungslos und entwirft einen Slogan für die gynäkologische Praxis: „Zwei zum Preis von einer! Alles muss raus!“
Die zweite Soloshow von Carolin Kebekus unter dem Venus-Symbol mit piratenhaftem Totenschädel ist noch stärker als das Vorgängerprogramm eine Kundgebung zum Dank an die Frauen, die vor 100 Jahren das Frauenwahlrecht erstritten ebenso wie für das Recht, nicht auch noch beim Sex gut aussehen zu müssen – und auch eine lustbetonte Feier der weiblichen Sexualität: Sie habe „anscheinend eine unglaubliche Macht, denn sonst hätten nicht alle so viel Angst vor ihr und würden versuchen, sie einzusperren“.    
 

 

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