Cannes benennt Jury-Präsidentin Mit dem "Piano" gewonnen, jetzt darf sie selbst richten: Jane Campion

Mit "Das Piano" (1993) gewann Jane Campion die Goldene Palme: Die stumme Ada (Holly Hunter) ist mit ihrer kleinen Tochter Flora (Ann Paquin) von Schottland nach Neuseeland gekommen. Dort muss sie eine lange Nacht am Strand verbringen, ehe ihr Bräutigam, den sie überhaupt nicht kennt, die beiden abholt. Foto: dpa

Campion ist die erste Regisseurin an der Spitze der Jury in Cannes. Hier hatte sie 1993 für „Das Piano“ die Goldene Palme gewonnen.

 

Jane Campion ist die erste Frau, die als Regisseurin in Cannes eine Goldene Palme gewann. Nun ist sie in der 67-jährigen Geschichte des Festivals auch die erste Filmschaffende, die die Cannes-Jury leitet. Paris Die neuseeländische Regisseurin Jane Campion (59) wird Jury-Vorsitzende der diesjährigen Filmfestspiele von Cannes, wie die Leitung des Festivals am Dienstag bekanntgab. Sie fühle sich sehr geehrt, die Jury zu leiten, betonte die 59-Jährige in einem Statement. „Die Bewunderung für die Königin der Filmfestivals ist immer größer geworden seit ich mit meinen Kurzfilmen 1986 nach Cannes kam“, erklärte sie. Die 67. Filmfestspiele von Cannes finden vom 14. bis zum 25. Mai statt.

Das Geschlecht spiete keine Rolle

„In der Ernennung kann man natürlich eine symbolische Entscheidung sehen. Aber wir haben uns für sie vor allem wegen ihres Talents und ihrer Arbeit entschieden“, sagte der künstlerische Leiter Thierry Frémaux am Dienstag dem Radiosender France Info. Die Cannes-Organisatoren wurden oft kritisiert, weil auf den Festspielen die Frauen unterrepräsentiert seien.

Schauspielerinnen durften schon präsidieren

Als weibliche Vorsitzende hatten bisher nur Schauspielerinnen den Vorsitz inne, darunter Isabelle Huppert, Jeanne Moreau und Isabelle Adjani. Die Neuseeländerin scheint in Cannes eine Vorreiterrolle einzunehmen. Im Jahr 1993 gewann sie als erste Filmschaffende für „Das Piano“ die Goldene Palme. Bereits ihr erster Kurzfilm „An Exercise in Discipline – Peel“ brachte ihr 1986 die erste Goldene Palme ein. „Das Piano“ – der Film handelt von einer stummen Klavierspielerin und ihrer Tochter – gilt als ihr Hauptwerk, für das sie zudem mit dem Oscar für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde. Weder der Erotikthriller „In the Cut“ noch der Film über den britischen Dichter John Keats „Bright Star“ aus dem Jahr 2009 konnten an den Erfolg von „Piano“ herankommen. Im vergangenen Jahr hatte US-Regisseur Steven Spielberg die Jury geleitet.

 

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