Café Blues Ran an den Shaker

Barchef Martin Kolow serviert einen Cocktail nach seinem Geschmack: süß und fruchtig. Sein Wissen gibt er jetzt an Gäste weiter. Foto: Gregor Feindt

Seit 30 Jahren führt das „Café Blue“ ein beständiges Dasein an der Implerstraße. Jetzt dürfen die Gäste ihre Drinks selbst kreieren

Das Café Blue ist für die frühstücksverliebten Münchner eine Institution. Sie lieben es, auf der großen Sonnenterrasse in der Morgensonne zu sitzen, Eier aufzuklopfen und Obstsalat zu mampfen. Und das seit 30 Jahren. Aber die Terrasse hat auch an lauen Sommerabenden ihren Reiz, bis Mitternacht immerhin ist hier das Cocktailschlürfen erlaubt.

Die mixt Martin Kolow seit zwölf Jahren. Viele Gäste am Abend sind Stammgäste, sie winken ihm zu, wenn sie ins Blue kommen. Mixen ist seine Leidenschaft, aus einem Nebenjob an der Bar ist vor vielen Jahren sein Leben geworden. Er mag es süß und fruchtig, erfindet gern. Mit einer seiner Kreationen hat er 2005 einen Cocktailwettbewerb der AZ gewonnen. „Darauf wollten wir aufbauen“, sagt Thomas Berger.

Er ist seit Anfang des Jahres Restaurantleiter des Café Blue. Anwohner aus der Gegend kommen abends vorbei und junge Leute, bevor sie in die Clubs ziehen oder auch einfach, um ein Thai-Curry (10,50 Euro) oder vielleicht Pasta mit Gambas (9,50) zu essen und dann die Happy Hour ab 22.30 Uhr auszukosten (Cocktails 5,90, sonst um die 8 Euro), aber so viele wie zum Frühstück sind es nicht. Warum also nicht mit Martin Kolow, dem nächtlichen Aushängeschild den Abend ausbauen – und Cocktailkurse anbieten?

Den ersten hat der Barchef jetzt hinter sich, letzten Donnerstag hatte er Premiere, nächste Woche Donnerstag (29.3.) sind noch Plätze frei. Martin Kolow ist keine Rampensau, keiner, der eine große Show um sein Können macht. Er lässt die kleine Runde nach einer kurzen Einführung gleich selbst hinter die Bar und hilft beim Lieblingsdrink mixen – verbessert den Griff an der Rumflasche, zeigt, mit welcher Bewegung man den Shaker am besten führt. Kolow selbst mixt am liebsten mit Wodka, „das ist relativ geschmacksneutral, damit kann man viel machen“, sagt er.

Die Drinks nehmen die Gäste mit an ihre Plätze, wenn Kolow wieder erklärt – dort sind als rettende Grundlage wechselnde Häppchen aufgebaut, mal Pizzabrot, mal Mozzarellasticks und Frühlingsrollen, mal Nachos mit Käse und Guacamoledip.

Nach Anleitung kreieren die Teilnehmer zum Abschluss selbst einen Cocktail. Auf die Urkunde stoßen alle gemeinsam an: Mit einer von Kolows Kreationen, der Lavalampe: Likör 43 mit Erdbeerlikör und halb geschlagener Sahne obenauf im Stamperlglas.

Bei der nächsten Party können die Teilnehmer das selbst kreieren. Und bis dahin für einen entspannten Cocktail-Abend ins Café Blue kommen und Martin Kolow hinter der Bar winken.


Implerstraße 2, So. bis Do. 8 – 1 Uhr, Fr./Sa. 8 – 2 Uhr, www.cafeblue.de, Tel.: 74 66 46 93; Cocktailskurse 55 Euro pro Person

 

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