BVB will keine Experimente Magdeburg "ohne Angst" gegen Dortmund

Trainer Jens Härtel gilt als Baumeister des Aufschwungs beim 1. FC Magdeburg. Foto: dpa

Der 1. FC Magdeburg gewann als einziger DDR-Klub den Europapokal. Nach der Wende folgte der Absturz, doch nun geht es wieder bergauf. Das soll auch Borussia Dortmund spüren. Der BVB will auch im Pokalspiel an seinem bisherigen Stil festhalten.

Dortmund - Trainer Peter Bosz von Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund will im Pokal-Spiel beim Drittliga-Zweiten 1. FC Magdeburg (Dienstag, 20:45 Uhr/Sky) keine Experimente eingehen und sich auch von der jüngsten Schwächephase nicht irritieren lassen.

"Wir werden am Spielstil nichts ändern", kündigte Bosz am Montag an und schloss auch eine Verschnaufpause für Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang aus: "Ich glaube nicht, dass er eine Pause braucht. Am Anfang der Saison hat er aus einer halben Chance ein Tor gemacht, jetzt hat er eine große vergeben. Aber das sind Kleinigkeiten. Er ist topfit und immer gefährlich."

Erstmals in dieser Saison könnte Raphael Guerreiro im Kader stehen. Der portugiesische Europameister hatte sich nach einer Verletzung beim Confed-Cup im Sommer einer Knöcheloperation unterziehen müssen. "Wenn es im Training gut läuft, fährt er mit", sagte Bosz.

Gleiches gelte für Kapitän Marcel Schmelzer, der nach seinem Comeback am vergangenen Mittwoch in Nikosia (1:1) beim 2:2 in Frankfurt nicht im Kader stand. "Wenn man so lange raus war, zweimal sechs Wochen, sind zwei Spiele in einer Woche ein bisschen viel", erklärte der Coach: "Ich will nicht, dass er nochmal sechs Wochen ausfällt. Deshalb bin ich ein bisschen vorsichtig."

Er gehe aber davon aus, "dass Schmelle am Dienstag sehr gerne spielen will". Schmelzer ist gebürtiger Magdeburger und wechselte 2005 als 17-Jähriger vom FCM nach Dortmund.

Bundesliga-Spitzenreiter gegen Drittliga-Zweiten

Keine Angst vor großen Namen - wenn Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund beim 1. FC Magdeburg zur zweiten DFB-Pokalrunde antritt, ist eines klar: Der Traditionsverein aus Sachsen-Anhalt hat im Pokal zumeist Großes geleistet. Das bekamen schon die Bayern zu spüren, auch wenn das schon ein paar Jahre her ist: 2000/2001 verlor der Rekordmeister in Runde zwei im Elfmeterschießen. Zuvor schaltete Magdeburg, Europapokalsieger von 1974, den 1. FC Köln aus. Im Achtelfinale erwischte es dann den Karlsruher SC, ehe der FC Schalke 04 im Viertelfinale das Stopp-Zeichen setzte.

Ihr besonderes Pokal-Gen zeigten die Blau-Weißen auch in dieser Saison. Der FC Augsburg unterlag beim dreimaligen DDR-Meister mit 0:2 in Runde eins. Eintracht Frankfurt (2016) und Bayer Leverkusen (2014) siegten erst im Elfmeterschießen. 2014 blamierte sich Augsburg erstmals in der Bördestadt, verlor mit 0:1. Es war die größte Überraschung in der ersten Pokalrunde.

Damals wie heute auf der Trainerbank: Jens Härtel, der sich seine Sporen als Nachwuchscoach bei RB Leipzig verdient hat. Der ruhig und besonnen auftretende Coach hat maßgeblichen Anteil am Aufschwung. Er schaffte mit dem Klub 2015 den Aufstieg in die dritte Liga, in der der Verein seitdem eine erhebliche Rolle spielt. "Mit jedem Tor, jeder Vorlage, jedem Sieg wächst das Selbstbewusstsein", gab Härtel das Erfolgsgeheimnis preis. 

Weitere Pokalspiele am Dienstag

18:30 Uhr: Fortuna Düsseldorf - Borusssia Mönchengladbach
18:30 Uhr: SC Paderborn 07 - VfL Bochum
18:30 Uhr SV Wehen Wiesbaden - FC Schalke 04
18:30 Uhr: Bayer Leverkusen - 1. FC Union Berlin
20:45 Uhr: 1. FC Schweinfurt 05 - Eintracht Frankfurt
20:45 Uhr: 1. FSV Mainz 05 - Holstein Kiel
20:45 Uhr: SpVgg Greuther Fürth - FC Ingolstadt 

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