BVB gegen Gladbach Das sagt Tuchel über seine Wut-Rede

Am vergangenen Wochenende hat Thomas Tuchel die Mannschaft von Borussia Dortmund kollektiv an den Pranger gestellt. Gespannt wird deren Reaktion gegen Borussia Mönchengladbach erwartet.

 

Dortmund - Thomas Tuchel lächelte. Als er auf seine harsche Kritik an seinen Spielern nach der unerwarteten Niederlage bei Eintracht Frankfurt angesprochen wurde, blickte der Trainer von Borussia Dortmund fröhlich in die Runde und ruderte dann zurück.

"Wenn ich das Wort 'wir' benutze, beziehe ich mich da auch ein", sagte Tuchel. Damit war klar: Vor der Begegnung gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr/Sky) ist das Thema für Tuchel beendet.

Seine Spieler haben zudem die gewünschte Reaktion gezeigt. Die Trainingswoche sei "herausragend gut" gewesen, so Tuchel: "Wir können nicht beweisen, ob es wegen oder trotz der Kritik war." Der 43-Jährige hatte seiner Mannschaft nach der Partie in Frankfurt (1:2) Totalversagen vorgeworfen und sie in der Öffentlichkeit ungewohnt scharf kritisiert - ohne eine Mitschuld einzuräumen.

Das Echo in den Medien und den sozialen Netzwerken hatte Tuchel nicht erwartet: "Ich bin der Meinung, dass die Aussagen nicht so schlimm waren, um die heftigen Reaktionen zu rechtfertigen. Das Echo hat mich überrascht."

Vor dem Borussen-Duell soll nun wieder der Fußball im Mittelpunkt stehen. Angesichts von neun Punkten Rückstand auf Spitzenreiter RB Leipzig erhofft sich Tuchel, "dass wir unser Herz in die Hand nehmen und die nächste Serie starten".

Gegen kriselnde Gladbacher erwartet der BVB-Coach "Emotionalität und Leidenschaft". Die Serie von 27 Bundesliga-Heimspielen in Folge ohne Niederlage soll auch gegen die Elf vom Niederrhein fortgesetzt werden. Tuchel warnte allerdings davor, den angeschlagenen Gegner zu unterschätzen: "Ich beurteile Gladbach völlig unabhängig von den letzten Ergebnissen. Es ist ein sehr, sehr schwieriger Gegner."

Dieser Gegner schwächelte zuletzt aber bedenklich. Die Mannschaft von Trainer André Schubert wartet seit sieben Bundesligaspielen auf einen Sieg, hat von den vergangenen 16 Auswärtsspielen nur eines gewonnen und in dieser Saison weniger Treffer (12) als BVB-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (13) erzielt.

Sportdirektor Michael Zorc erwartet daher, "dass wir die drei Punkte holen, die wir unbedingt benötigen". Die Gladbacher benötigen diese Zähler fast noch dringender. "Die Tabellensituation", betonte Schubert angesichts des Absturzes auf Rang 13, sei "unangenehm und kritisch".

Sorgen um seinen Job muss sich der 45-Jährige derzeit dennoch nicht machen. Der fünfmalige deutsche Meister will aber so schnell wie möglich die Trendwende einleiten - am besten schon in Dortmund. "Wir glauben an die Jungs, weil wir sehen, dass unsere Mannschaft jedes Mal wieder mit viel Selbstvertrauen spielt. Wir sind ruhig, und das vermitteln wir auch unseren Spielern", sagte Schubert.

 

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