Butterflymesser am Hals Wegen einer Zigarette: 18-Jähriger kommt in Dauerarrest

Weil er einen Studenten mit einem solchen Butterflymesser bedrohte, muss ein 18-Jähriger in den Arrest. Foto: ho

Amtsgericht: Weil er seiner Aufforderung mit einem Butterflymesser Nachdruck verlieh, wird ein Schüler verurteilt.

 

München – Eine Woche Dauerarrest kostet einen 18-jährigen Münchner eine Messerattacke. Der Schüler wurde vom Amtsgericht wegen Bedrohung und Führens einer verbotenen Waffe verurteilt. Außerdem muss er drei Monate an einer Suchtberatung teilnehmen.

Das war geschehen: Am 29. September war der 18-Jährige mit einem Spezl in der Schwabinger Franzstraße unterwegs. Vor einem Gasthaus stand ein Student (25) und rauchte. Der Schüler forderte ihn wiederholt auf, ihm eine Zigarette zu geben. Der Raucher stieß sich an der Art und sagte nur: „Es kann nicht sein, dass man so nach einer Zigarette fragt.“

Der Schüler ging mit seinem Begleiter zunächst ein Stück weiter, die Situation schien sich aufzulösen. Doch kurz darauf kehrte er um. Erneut forderte er von dem Studenten Zigaretten. Dieser sagte ihm, dass er keine Zigaretten habe. Daraufhin zog der Schüler ein Butterflymesser aus der rechten Hosentasche und klappte es mit einer Schwingbewegung auf. Butterflymesser sind in Deutschland verboten und gemäß §52 des Waffengesetzes mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht.

Messer am Hals - Dauerarrest statt Jugendstrafe

Doch es kam noch schlimmer: Er führte das verbotene Messer an den Hals des Geschädigten und drückte ihn so an das Fenster der Gaststätte. Einige Gäste kamen dem 25-Jährigen zur Hilfe, der Schüler ließ von seinem Opfer ab und verschwand in Richtung Münchner Freiheit, wurde aber schnell gestellt.

In der Verhandlung vor dem Amtsgericht München war er geständig. Er gab zu, zuvor mit seinem Kumpel getrunken zu haben.

Die zuständige Richterin sah davon ab, eine Jugendstrafe wegen schädlicher Neigungen des Schülers zu verhängen: „Der Angeklagte ist bislang jedenfalls noch nicht erheblich strafrechtlich in Erscheinung getreten. Der hiesige Vorfall kann noch als einmalige, situationsbedingte – wenn auch massive – Entgleisung aufgefasst werden.“ Statt einer Jugendstrafe verhängte sie den Dauerarrest. Damit der Angeklagte versteht, dass solche Aktionen ins Gefängnis führen.

Strafmildernd wirkte sich aus, dass sich der Schüler schriftlich und mündlich bei dem Studenten entschuldigt hat.    

 

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