Bundesweite Zukunft Aiwanger sieht Freie Wähler in zehn Jahren im Bundestag

HUBERT AIWANGER (WIRTSCHAFT, ENERGIE, LANDESENTWICKLUNG): Auch wenn der Niederbayer (47) vor wenigen Wochen die Arbeit als Minister als notwendiges Übel umschrieb, geht mit seiner Ernennung ein Lebenstraum in Erfüllung. Der Agraringenieur und zweifache Vater lebt auf dem elterlichen Bauerhof bei Rottenburg an der Laaber. Seine Bekanntheit dürfte nun bundesweit steigen – auch wenn böse Zungen behaupten, dass man Aiwanger im Fernsehen wegen seines auffälligen Dialekts mit Untertiteln versehen müsste. Aiwanger wird eine gute Nase beim Erkennen von Themen nachgesagt. Er ist Politiker aus Leidenschaft, der unermüdlich rackert. Foto: dpa

Erstmals haben es die Freien Wähler zu einer Regierungsbeteiligung gebracht - in Bayern mit der CSU. Für Parteichef Aiwanger eine wichtige Etappe auf dem Weg zu einem noch größeren Ziel.

München - Für Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger ist die Regierungsbeteiligung in Bayern nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum nächsten großen Ziel: "In zehn Jahren werden wir im Bundestag sitzen", sagte der designierte bayerische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Er ist sich sicher, dass in ganz Deutschland der Wunsch nach bürgerlichen Koalitionen ohne Grüne und SPD bestehe. Diese Lücke, die einst die FDP ausfüllte, biete eine bundesweite Zukunft für seine Partei. Die Freien Wähler haben nach der Landtagswahl in Bayern eine Koalition mit der CSU unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geschmiedet.

Aiwanger: "...und die CSU musste es zähneknirschend akzeptieren"

Auf die Frage, wie die Freien Wähler der CSU das Kultusministerium abluchsen konnten, antwortete Aiwanger: "Nachdem die CSU das Innenministerium und die Finanzen auf jeden Fall behalten wollte, war es klar, dass wir bei anderen wichtigen Häusern den Erstzugriff hatten. Wirtschaft und Kultus sind zwei Häuser, mit denen wir viel Breitenwirkung erzielen können und die nah an unserer Klientel sind. Vom Wirtshaus bis zu Siemens, von der Dorfschule bis zum Gymnasium. Das ist uns äußerst wichtig, und die CSU musste es zähneknirschend akzeptieren.

Dass er im Wahlkampf immer wieder über "Bavaria One" gespottet hatte, im Koalitionsvertrag dann dennoch die Fortsetzung des bayerischen Luft- und Raumfahrtprogramms unterzeichnet habe, sei für ihn kein Problem: "Luft- und Raumfahrt ist schon immer wichtig für Bayern und das wollten wir auch immer erhalten. Wir wollten nur den Fokus auf die Anwenderorientierung legen und nicht wie die CSU nur auf das Prestige. Meine Kritik war schon in Ordnung."

 

36 Kommentare

Kommentieren

  1. null