Bundestagswahl in München Wahlabend bei der SPD: Schock, Häme und Applaus

Die Bayern-SPD am Wahlabend (v. l.): Ewald Schurer, Florian Post, Claudia Tausend, Franz Maget (vorn), Ulrich Pfaffmann, Natascha Kohnen (hinten). Foto: Katharina Alt

Wahlparty in der Parteizentrale: Die Bayern-SPD verfolgt den Wahlabend am Oberanger – und ist nicht ganz unzufrieden.

 

München - Die Bayern-SPD taumelt durch ein emotionales Wechselbad. Als kurz nach 18 Uhr die Zahlen für Bayern über die große Leinwand flimmern, können sich die rund 200 Anhänger in der Parteizentrale am Oberanger nicht zwischen Trauer und Zufriedenheit entscheiden.

Der erste Schock trifft die Genossen, als der Balken der CSU scheinbar unaufhaltsam klettert, verhaltener Applaus für die 20,7 Prozent der SPD in Bayern - ein „Achtungserfolg“. Hämischer Jubel brandet auf für die FDP. Zugelegt und trotzdem verloren, das ist das vorherrschende Gefühl bei der SPD.

Über das bayerische Ergebnis kann sich Markus Rinderspacher nur bedingt freuen. Der Fraktionsvorsitzende der Landtags-SPD sagt: „Die SPD hat gewonnen, leider nicht stark genug.“ Ähnlich sieht es Münchens SPD-Chef Ulrich Pfaffmann: „Wir haben mehr SPD im Bundestag und wir haben in Bayern dazugewonnen.“

Die Generalsekretärin der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, spricht von einem „guten Ergebnis“. Warum es am Ende nicht zu mehr gereicht hat? „Den Menschen geht es gut. Da kommt keine Wechselstimmung auf.“

Geteilte Stimmung bei den Münchner Kandidaten: Keiner der beiden aussichtsreichen, Florian Post und Claudia Tausend, konnte ein Direktmandat erringen.

Tausend sieht zumindest zwei Erfolge: „Die Bayern-SPD hat gewonnen, die München-SPD hat zugelegt und wir haben zwei Münchner SPD-Bundestagsabgeordnete über die Landesliste.“

München-West Kandidat Roland Fischer weist die Schuld von den Kandidaten: „Die haben das gut gemacht. So einen Bundestrend dreht man nicht auf lokaler Ebene.“

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