Bundespolizei entdeckt sie am Flughafen Elf Flüchtlinge für 102.000 Euro geschleust

Mit einem Mal 102.000 Euro mit dem Leid, der Angst und der Hoffnung von Menschen gemacht; so ist Schleusung für kriminelle Organisationen mittlerweile ein einträgliches Geschäft geworden. Täglich decken Bundespolizisten auch am Münchner Flughafen Schleusungen auf. (Symbolbild) Foto: Bundespolizei

Für insgesamt über 100.000 Euro brachten unbekannte Schleuser 11 Flüchtlinge nach München - die Bundespolizei entdecke sie am Flughafen auf.

 

Flughafen München - Am Dienstag sind den Bundespolizisten im Terminal 1 elf syrische Staatsangehörige aufgefallen, weil sie orientierungslos im Transitbereich umherirrten. Sie gaben den Beamten zu verstehen, dass sie Anträge auf Asyl stellen wollen.

Die sechs Männer, drei Frauen und zwei Kinder hatten die benutzten Reisedokumente bereits wieder an die Schleuserorganisation zurückgegeben. Auch ihre syrischen Pässe mussten sie, zusammen mit insgesamt 102.000 Euro, dem Schleuser überlassen.

Als Bundesbeamte die elfköpfige Gruppe entdeckten und die Reisenden kontrollierten, konnte keiner aus der Gruppe ein gültiges Reisedokument vorzeigen. Noch im Transitbereich baten die Syrer um Asyl.

Auf der Wache erzählten alle Flüchtlinge praktisch die gleiche Geschichte. Sie seien vor gut zwei Wochen aus Syrien in die Türkei geschleust worden. Nach einem längeren Aufenthalt in Grenznähe sei es später weiter ins Landesinnere und schließlich gestern in Begleitung eines elegant gekleideten Mannes an einem unbekannten türkischen Flughafen in ein Flugzeug nach Deutschland gegangen.

Ob der Schleuser den Flieger wieder verlassen hat oder mit nach München geflogen ist, konnte oder wollte niemand sagen. Auch gegenseitig kenne man sich nicht. In Deutschland erwarte man sich Schutz vor Verfolgung.

Einzig die Geldbeträge, die jeweils für die Schleusung bezahlt wurden, unterscheiden sich ein wenig. So gaben ein 28-Jähriger und ein 29-Jähriger an, sie hätten jeweils umgerechnet 10.000 Euro an den Schleuser übergeben. Eine 45-jährige Frau sprach von einem Schleuserentgelt in Höhe von 11.000 Euro. Von ihr wollte der Schleuser ursprünglich sogar eigentlich einen Tausender mehr.

Dagegen kam ein 48 und 42-Jähriges Ehepaar ja schon fast günstig davon; sie mussten dem Kriminellen zusammen 15.000 Euro für seine Dienste bezahlen. Zwei dreiköpfige Familien haben laut eigener Aussagen 27.500 Euro und 28.500 Euro Schleuserlohn aufbringen müssen, um dem Krieg zu entkommen.

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Insgesamt haben die Syrer dem Schleuser also 102.000 Euro für seine kriminellen Dienste übergeben. Aufgrund der Schutzersuchen übergaben die Bundespolizisten die Syrer nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Die dortigen Mitarbeiter haben nun über die Asylanträge zu entscheiden.

 

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