Bundesliga-Unikum und Fan-Liebling HSV trauert um Kult-Masseur Hermann Rieger

Er stammte aus dem tiefsten Bayern - und wurde doch zur Identifikationsfigur des Hamburger SV. Nun ist Hermann Rieger nach langem Leiden seiner Krebs-Erkrankung erlegen.

 

Hamburg - Er knetete die Waden von Felix Magath, Horst Hrubesch und Kevin Keegan, war die gute Seele des Vereins und bis vor Kurzem noch bei vielen Heimspielen des Hamburger SV als Fan zu Gast.

Am Dienstagmorgen ist Kult-Masseur Hermann Rieger nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren verstorben. Die Bundesliga wird das Original vermissen. "In Dankbarkeit und großer Anerkennung trauert der gesamte Verein um Hermann Rieger als großartigen Menschen und langjährigen Kollegen und Freund", teilte der HSV mit und setzte die Fahnen an der Imtech-Arena auf Halbmast.

Bei früheren Stars der Hanseaten löste die traurige Nachricht Bestürzung aus: "Bist und bleibst der Größte", twitterte Sergej Barbarez. Sein Herzensverein verliert eine der größten Identifikationsfiguren der vergangenen Jahrzehnte.

1978 leitete Nationalspieler Manfred Kaltz den Wechsel des gebürtigen Mittenwalders vom FC Bayern in den hohen Norden ein. Rieger, ein Onkel von Christian Winkler, dem Manager des EHC Red Bull München, wurde schnell zur Vertrauensperson für die Spieler, zum Aushängeschild für den ganzen Klub – und zum Liebling der Fans. Wenn ein verletzter Spieler auf dem Rasen lag, rief die Kurve "Hermann, Hermann". Wenn es sportlich nicht lief: "Außer Hermann, könnt ihr alle gehen".

Rieger prägte die großen Zeiten des HSV mit. Während seines Wirkens gewann der Klub drei deutsche Meisterschaften (1979, 1982, 1983), den DFB-Pokal (1987) und den Europapokal der Landesmeister (1983). "Es ist so ein geiles Gefühl, wenn sich am Mittwoch jemand verletzt und am Samstag in einem Spiel zwei Tore schießt und dann zu dir gelaufen kommt", sagte das HSV-Idol einmal.

Als Rieger 2004 nach 26 Jahren seine Laufbahn aufgrund einer Krebserkrankung beenden musste, erhielt er ein Abschiedsspiel – inklusive großer Choreographie. Ehemalige Profis des HSV kamen aus aller Ferne, um ihrem langjährigen Weggefährten zu danken. Der so emotionale Rieger weinte Tränen der Rührung.

Noch am Montagabend erhielt er in Abwesenheit eine seiner vielen Auszeichnungen. Bei der Hamburger Sportgala bekam Rieger den Ehrenpreis für sein Lebenswerk und seinen Einsatz für krebskranke Kinder. Hrubesch, Kapitän der HSV-Erfolgsmannschaft der 1980er Jahre und heutiger U21-Nationaltrainer, war extra angereist, um die Laudatio auf "Hermann the German" zu halten. Er hob insbesondere Riegers Wärme und Menschlichkeit im harten Profigeschäft hervor: "Er hat nie ein Tor geschossen, aber einer wie Hermann fehlt dem HSV heute.

 

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