Bundesliga--Finale So klappt's mit dem Matchball für den FC Bayern

Zweikampf: Berlins Leon Radosevic gegen Bayerns Yassin Idbihi (r.). Foto: dpa

Nach der Niederlage gegen Alba Berlin schrillen bei den Basketballern des FC Bayern München die Alarmglocken. Worauf es in der dritten Final-Partie am Sonntag ankommt.

 

Berlin - Es war eine symptomatische Szene dieses zweiten Finalspiels der Basketball-Bundesliga: Bayern-Center John Bryant wollte mit seiner massigen Urgewalt durch zwei Gegenspieler geradewegs hindurch. Es folgte, was folgen musste – und in dieser Partie auch dauernd folgte. Der fast obligatorische Ballverlust, Alba Berlin nahm das Geschenk dankbar an, startete den Fastbreak und holte sich die nächsten leichten Punkte. 81:95 verloren die Bayern gegen offensivstarke Albatrosse und wirkten dabei vor allem im zweiten Durchgang so gar nicht wie ein deutscher Meister. Zu planlos, zu umständlich agierten sie. Am Ende schlichen sie, als verdiente Verlierer vom Feld. Jetzt steht es 1:1 in der Best-of-five-Serie, am Sonntag folgt das richtungsweisende dritte Duell (17 Uhr, Audi Dome). Die AZ erklärt, wie sich die Bayern den Meister-Matchball holen wollen.


Niederlage abhaken: Spiel zwei ging zwar verloren, aber beim Stand von 1:1 ist noch alles offen. Und aus dieser Pleite lassen sich für das nächste Aufeinandertreffen wichtige Schlüsse ziehen. Sportdirektor Marko Pesic erklärt dazu: „Wenn du 19 Ballverluste in einem Playoffspiel hast, kannst du nicht gewinnen. Alba hat 25 Punkte aus den Fastbreaks gemacht. Darauf antwortet man so, wie man immer antworten muss: Wir werden richtig analysieren, uns gut vorbereiten und aus den Fehlern lernen.“

Defensiv-Taktik optimieren: Bei fast hundert kassierten Punkten in Berlin herrscht vor allem unter dem eigenen Korb akuter Verbesserungsbedarf. „Die Spieler haben das nach der Niederlage selbst eingesehen: Wir müssen anders auftreten! In der Verteidigung waren wir nicht auf der Höhe. Wir müssen einfache Ballverluste vermeiden. Dann bin ich davon überzeugt, dass wir es schaffen“, sagt Pesic.

Heimvorteil nutzen: Nach dem Spiel in der Berliner Auswärts-Hölle – vor 12.588 Fans und den wenigen mitgereisten Fans auf den oberen Rängen – genießen die Bayern im dritten Duell (und auch des möglichen fünften) wieder Heimrecht. „Wir haben nicht umsonst das ganze Jahr für den Heimvorteil gekämpft“, sagt Pesic: „Die Halle ist seit Tagen restlos ausverkauft.“ Hallensprecher Thomas Killian: „ Mit unseren Fans im Rücken sind wir schwer zu schlagen!“

Stimmung machen: Besagte Fans, allen voran der Bayern-Fanklub „Bigreds“, können im heimischen Dome den Unterschied ausmachen. Alex von Gütlingen, Ober-Trommler der „Bigreds“: „Wir werden alles dafür geben, dass der Dome richtig brodelt. Wir werden ausgelaugt sein, als ob wir selbst gespielt hätten. Aber jeder Schweißtropfen und jeder Nervenstrang wird's wert sein!“

Nebenschauplätze ausblenden: Zuletzt gab es viel Lärm um die Berliner Fan-Anfeindungen gegen München, Kritik an Alba-Trainer Sasa Obradovic’ überharter Marschroute gegen die Bayern und zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen. Doch Pesic winkt ab: „Wir beteiligen uns an diesen Sachen nicht. Wir brauchen unsere ganze Kraft für das Spiel, wir werden alles daran setzen, zu gewinnen. Dann hätten wir zwei Möglichkeiten.“ Zwei Chancen, um dann den Titel nach München zu holen.


 

 

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