Bundesliga am Sonntag Dortmunder mit 5:0-Kantersieg - Köln in der Krise

Hoffenheims Sandro Wagner jubelt über das (bezogen auf die Tageszeit) früheste Tor in der Fußball-Bundesliga. Foto: dpa

1899 Hoffenheim und Hertha BSC haben in der frühesten Partie der Bundesliga-Geschichte ein etwas müdes Unentschieden gezeigt. Leverkusen feiert den ersten Dreier und Dortmund fertigt Köln gnadenlos ab.

 

TSG 1899 Hoffenheim - Hertha BSC 1:1 (1:0)

Sinsheim - Mit dem 1:1 (1:0) baute die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann im ersten 13.30-Uhr-Spiel am Sonntag immerhin ihre Serie von Heimspielen ohne Niederlage auf 20 aus. Sandro Wagner erzielte im wenig aufregenden Duell der Europa-League-Teilnehmer in der 6. Minute das 1:0 - zu so einer frühen Uhrzeit hatte noch nie ein Profi im Fußball-Oberhaus getroffen. Alexander Esswein glich für die etwas später erwachten Berliner aus (55.).

Vor 27.243 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena war die TSG über weite Strecken das dominierende Team, ließ aber die Durchschlagskraft vermissen. Die Kraichgauer haben zuhause zuletzt am letzten Spieltag 2015/2016 verloren (1:4 gegen Schalke 04).

Wie angekündigt rotierte Hertha-Coach Pal Dardai kräftig. Er setzte nach dem 0:0 gegen Athletic Bilbao den Ex-Hoffenheimer und Kapitän Vedad Ibisevic sowie Vladimir Darida und Niklas Stark auf die Bank. Per Skjelbred, Mathew Leckie und Alexander Esswein durften dafür beginnen. Nagelsmann baute sein Mittelfeld - wieder mit Nadiem Amiri, Steven Zuber und Youngster Dennis Geiger - um, ließ aber den zuletzt angeschlagenen Torjäger Mark Uth zunächst auf der Bank.

Die Hoffenheimer brauchten keine lange Anlaufzeit zur ungewohnten Anstoßzeit. Nach einer kurz ausgeführten Ecke nutzte Wagner die Flanke von Pavel Kaderabek per Kopf zum 1:0 - der erste Saisontreffer in der Bundesliga für den Nationalstürmer und Confed-Cup-Sieger. Ziemlich überlegen sah das aus, was die TSG im ersten Durchgang spielte. Die ganz großen Lücken taten sich für die Gastgeber allerdings nicht auf. Das missglückte Europa-League-Debüt gegen Sporting Braga (1:2) nahm die Nagelsmann-Elf allerdings auch zum Anlass, vor allem auf die Absicherung nach hinten zu achten. Bei Herthas dickster Chance im ersten Durchgang hatte Oliver Baumann Glück: Nach einem Schuss von Esswein wäre dem 1899-Torhüter der Ball beinahe noch über die Torlinie gekullert (37.). Nach der Pause zeigten sich die Berliner wesentlich wacher: Ondrej Duda scheiterte zunächst an Baumann, dann aber gelang Esswein im Hechtsprung der Ausgleich gegen plötzlich lethargische Hoffenheimer. Mit der Hereinnahme von Uth nach einer Stunde setzte Nagelsmann dann ein Zeichen. Zudem kam kurz darauf erstmals der Ex-Dortmunder Felix Passlack. Die Hoffenheimer zogen das Tempo wieder etwas an, doch Hertha stand hinten sicher.

Bayer Leverkusen - SC Freiburg 4:0 (3:0)

Leverkusens Spieler feiern das 3:0 vom Kevin Volland (M.) im Spiel gegen den SC Freiburg.Leverkusens Spieler bejubeln das Tor zum 3:0 von Kevin Volland (M.) im Spiel gegen den SC Freiburg.

Bayer Leverkusen ist unter dem neuen Trainer Heiko Herrlich der erste Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga gelungen. Die Werkself setzte sich am Sonntag in der Begegnung zweier bisher siegloser Teams mit 4:0 (3:0) gegen den SC Freiburg durch und verbesserte sich mit vier Punkten auf den zwölften Platz.

Überragender Spieler war Kevin Volland mit zwei Toren in der 21. und 34. Minute. Zudem trafen Charles Aranguiz (29.) und Julian Brandt (86.) beim ersten Bundesliga-Erfolg unter Herrlich. Freiburg rutschte mit zwei Punkten in die Abstiegszone ab.

Borussia Dortmund - 1. FC Köln 5:0 (2:0)

Sehenswerte Tore, viel Dominanz und doppelte Hilfe durch den Videobeweis - Borussia Dortmund hat die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga in beeindruckender Manier gefestigt.

Vier Tage nach der Niederlage in der Champions League bei Tottenham Hotspur fand der Revierclub beim 5:0 (2:0) über den Tabellenletzten 1. FC Köln zurück in die Erfolgsspur. Vor 81.000 Zuschauern im Signal Iduna Park profitierte der BVB bei den Treffern von Sokratis (45. Minute) und Pierre-Emerick Aubameyang (59./Foulelfmeter) gleich zweimal vom Videobeweis. Maximilian Philipp (3./69.) und erneut Aubameyang (60.) rundeten die ansehnliche Leistung der seit nunmehr 40 Heimspielen unbesiegten Borussia ab.

Dagegen müssen die Kölner weiter auf ihren ersten Punktgewinn in dieser Saison warten. Die erste Niederlage gegen den BVB unter der Regie von Trainer Peter Stöger fiel unerwartet deutlich aus und verschärfte beim Europa-League-Teilnehmer die Krise.

Nach den kurzfristigen Ausfällen von Weltmeister Mario Götze, der am Kiefer verletzt ist, und Neuzugang Jeremy Toljan (muskuläre Probleme) blieb ein Platz auf der Dortmunder Auswechselbank frei. Ungeachtet dieser Personalprobleme erwischte der BVB einen Start nach Maß. Die Kooperation zweier Neuzugänge bescherte gleich im ersten Angriff die Führung. Dem ehemaligen Freiburger Philipp gelang nach Flanke von Andrej Jarmolenko aus kurzer Distanz per Kopf sein erster Treffer für seinen neuen Club.

Trotz des frühen Rückstandes blieben die Kölner bei ihrer defensiven Ausrichtung. Deshalb entwickelte sich ein lange Zeit einseitiges und wenig ansehnliches Spiel mit viel Ballbesitz für den BVB, aber wenig Chancen. Bis auf einen Schuss von Pierre-Emerick Aubameyang in der 17. Minute, den FC-Keeper Timo Horn parierte, geriet die Gäste-Abwehr lange Zeit nur selten ins Wanken. Allerdings tat die im Vergleich zum Europa-League-Auftritt beim FC Arsenal (1:3) am Donnerstag auf drei Positionen veränderte FC-Elf in der Offensive zu wenig, um für genügend Entlastung zu sorgen.

Nicht zuletzt deshalb wurden die Bemühungen der Dortmunder kurz vor der Pause doch noch belohnt. Ein erst nach Videobeweis gegebener Treffer von Sokratis brachte den BVB mit 2:0 in Führung. Wie die TV-Bilder ergaben, wurde FC-Torhüter Horn beim Dortmunder Eckball nicht von einem Gegner, sondern von Mitspieler Dominique Heintz behindert. Deshalb nahm Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) seine Foul-Entscheidung zurück und entschied auf Tor.

Damit waren die Kölner nach Wiederanpfiff gezwungen, mehr Eigeninitiave zu entwickeln. Das eröffnete den Dortmundern mehr Räume - und Torchancen. So waren Aubameyang (46.) und Mahmoud Dahoud (51.) dem 3:0 nahe. Wenige Minuten später kam dem BVB erneut der Videobeweis zu Hilfe. Nach einem zunächst ungeahndeten Handspiel entschied der Referee nach dem Dialog mit seinem Assistenten im Nachhinein auf Elfmeter, den Aubameyang sicher verwandelte.

Damit war die Partie entschieden. Mit den weiteren Treffern von Aubameyang, der erstmals gegen den 1. FC Köln traf, und Philipp war der überforderte Tabellenletzte noch gut bedient.

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