Trotz Konjunktureintrübung GfK: Deutsche unbeirrt in Kauflaune

Passanten gehen mit Einkaufstüten durch die Innenstadt von Hannover. Foto: Swen Pförtner/dpa

Obwohl bei der Einschätzung der Wirtschaftslage pessimistischer, rechnen die Deutschen mit steigenden Einkommen und zeigen sich ausgabefreudig - dem guten Arbeitsmarkt sei Dank. Der private Konsum könnte 2019 zur wichtigsten Stütze der Konjunktur werden.

Nürnberg - Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigen sich die Verbraucher in Deutschland verstärkt in Kauflaune.

Die persönliche Einkommenserwartung der Bundesbürger kann ihr ohnehin hohes Niveau noch einmal übertreffen, wie es in der Untersuchung heißt. In ihrer monatlichen Studie prophezeit die GfK daher für Februar einen Anstieg beim Konsumklimawert auf 10,8 Punkte.

Im Sog einer steigenden Einkommenserwartung steige auch wieder das Interesse an größeren Anschaffungen. Da auch die Sparneigung der Deutschen im Januar gesunken sei, könne das Konsumklima um 0,3 Punkte zulegen.

"Die steigende Einkommenserwartung führt dazu, dass sich die Verbraucher derzeit relativ unbeeindruckt zeigen, was ihre Konsumneigung angeht", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Die GfK geht davon aus, dass die privaten Konsumausgaben in diesem Jahr um etwa 1,5 Prozent steigen - das entspricht genau dem Niveau des vergangenen Jahres.

Bei der Konjunkturerwartung hält laut GfK dagegen die Talfahrt an. Zum vierten Mal in Folge sinkt im Januar der Indikator um 3,4 Zähler auf 10,7 Punkte. Niedriger stand dieser Wert zuletzt im Februar 2017 mit 9,7 Punkten. Der nach wie vor schwelende Handelskonflikt zwischen den USA, China und der EU sowie die Hängepartie beim Brexit sorgen für schwindenden Optimismus für die weitere Entwicklung in Deutschland. Vor allem der Export sei davon betroffen, heißt es in der Studie.

"Auffällig ist, dass neben der eigenen Einkommenserwartung auch die Konsumneigung zulegt", sagte Bürkl. Die Bürger zeigten sich weiter recht ausgabefreudig. Dies hänge mit der erfreulichen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zusammen. Wenn die Menschen weniger Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssten, sorge dies für eine gewisse Planungssicherheit. "Wenn mein Einkommen mittelfristig sicher ist, bin ich eher bereit, größere Ausgaben zu tätigen - vor allem, wenn damit eine Kreditaufnahme verbunden ist", erklärte der Konsumexperte.

Der private Konsum werde eine wichtige Stütze des Wirtschaftswachstums sein und 2019 stärker zulegen als das Bruttoinlandsprodukt (BIP), prophezeite Bürkl. Derzeit liege der Anteil des privaten Konsums am BIP bei 55 Prozent. Voraussetzung für eine stabile Konsumentwicklung sei aber, dass die Verunsicherung nicht wesentlich zunehme.

Die GfK-Studie basiert auf monatlich rund 2000 Verbraucherinterviews im Auftrag der Europäischen Union. Das Konsumklima bezieht sich nicht nur auf die Ausgaben im Einzelhandel, sondern umfasst auch Mieten, Reisen und Gesundheit.

 

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