Bürger informieren sich Thalkirchner 9: Die Skepsis bleibt

In der Thalkirchner Straße 9 sollen bald wohnungslose Familien einziehen – die Anwohner sind noch unsicher, was sie erwartet. Foto: Linda Jessen

Wohnungslose in die Thalkirchner Straße: Die Anwohner sind unsicher, was ihnen blüht - zeigen aber auch Verständnis.

 

Isarvorstadt - Am Donnerstagabend informierten das Sozialreferat und das Evangelische Hilfswerk über die geplante Wohnungslosenunterkunft an der Thalkirchner Straße 9 (die Abendzeitung berichtete). Bereits seit Bekanntwerden des geplanten Projekts, äußerten sich zahlreiche Anwohner besorgt oder kritisch – so auch beim Informationsabend.

Besonders die Frage nach der Auswahl der künftigen Bewohner wurde laut. Zur Erinnerung: Die Notunterkunft ist als Übergangslösung für Münchner Familien geplant, die aus verschiedenen Gründen ihre Wohnung verloren haben. Betreiber ist das Evangelische Hilfswerk (EHW). Bis zu 250 Personen sollen hier unterkommen.

Viele Anwohner trieb auch die zu erwartende hohe Kinderzahl. Richtig ist, dass der Hof hinter dem Gebäude hellhörig, eng und als Kinderspielplatz völlig ungeeignet ist. Das EHW plant daher eine eigene Kinderbetreuung mit ein. Außerhalb der Kita- oder Schulzeiten, sollen die Betreuer mit den Kindern möglichst auf Spielplätze oder in Parks ausweichen.

Und der Lärm – möglicherweise spätabends? Ein Dame erinnerte sich, dass sie bei Problemen mit früheren Einrichtungen oft vergeblich versuchte, einen Verantwortlichen zu erreichen„ Die Pforte der Notunterkunft wird rund um die Uhr besetzt sein, während der gesamten Laufzeit des Projekts. Dort wird ein Ansprechpartner bereit stehen – sowohl für die Bewohner, als auch für die Nachbarn“, versprach EHW-Bereichsleiterin Andrea Betz.

Der Vorsitzende des Bezirksauschusses, Alexander Miklosy, machte in diesem Zusammenhang auch darauf aufmerksam, dass sowohl Lärm als auch Pöbeleien gegen die hier stark verankerte Lesbischwule Gemeinde eher aus einer andern Richtung kämen – nämlich vom Partyvolk.

Die Anwohner zeigten Verständnis für die Notlage der neuen Nachbarn, die Skepsis ist jedoch nicht ganz gewichen. Das liegt auch an schlechten Erfahrungen mit Lärm und Gewalt in anderen Einrichtungen, die in der Vergangenheit dort untergebracht waren. Ein Anwohner, der seit 50 Jahren dort lebt hofft, dass es diesmal besser wird und wünscht dem EHW viel Glück: „Wenn Sie das in den Griff bekommen können – Sie wären ein Engel!“

 

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